Heimdebakel gegen Stuttgart - Beim SV Werder wird es winterlich ungemütlich!

von Kulli - 15.Dez - 15:30

Das 0:4 gegen den VfB Stuttgart besiegelt die erste handfeste Krise der Ära Horst Steffen. Und davon zu sprechen, dass sie unerwartet eingetroffen ist, würde an kognitiver Dissonanz grenzen. Nachdem wochenlang zumindest die Ergebnisse gestimmt haben, verliert der SV Werder Bremen immer mehr an Boden und rutscht allmählich in die gefährliche Zone ab.

Nach einem über weite Strecken desolaten Nordderby im Volkspark erwartete das Bremer Publikum eine gehörige Reaktion. Doch diese bekamen die Werderaner nicht. Die Mannschaft von Horst Steffen zeigte nach gutem Beginn eine teils miserable Vorstellung. Die Gäste aus Bad Cannstatt konnten sich oftmals frei bewegen, von Zugriff seitens der Gastgeber war keinesfalls zu sprechen. Das aberkannte 0:1 durch Deniz Undav war im Grunde eine Warnung, denn schon beim Zuspiel in der 23. Minute wurde es Angelo Stiller einfach gemacht. Lange dauerte es dann aber nicht mehr bis zum regulären 0:1. Leweling durfte ohne Gegenwehr flanken, und El Khannouss bekam im Strafraum Begleitschutz. Auch wenn das zweite Stuttgarter Tor einem Kunstwerk gleichkommt, lassen die Grün-Weißen Jamie Leweling ohne Druck aufziehen. 

Der Doppelschlag zog Friedl und Co. den Stecker, in der zweiten Halbzeit wurde es noch ungemütlicher. Coulibalys Gelb-Rote Karte ist am Ende Lehrgeld für das Innenverteidiger-Talent, jedoch wäre dieses Ungeschick vermeidbar gewesen. Isaac Schmidt wurde erst nach dem Platzverweis Coulibalys eingewechselt, nachdem dieser aufgrund von Friedls Verletzung nach außen ausweichen musste – was der Youngster nicht in seinem Repertoire hat. Von dort an dominierte der VfB nach Belieben und hätte sicherlich noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können. Einzig Mio Backhaus ist es zu verdanken, dass Werder nicht noch höher als 0:4 untergeht. 

Das letzte Heimspiel der Bremer im Kalenderjahr 2025 war somit eine Bruchlandung mit Ansage. Der Auftritt am Sonntagabend war nicht das erste Spiel, in welchem der Gegner der Bremer die bessere Mannschaft war. Ausgenommen vom Gladbach-Spiel sammelte Werder Punkte, weil der Gegner es zuließ oder überragende Vorstellungen von Einzelspielern für Erlösung sorgten. Horst Steffens Personalpolitik sowie die fehlende fußballerische Entwicklung machen die Werderaner Anhänger nicht erst seit gestern besorgt, die Entwicklung zieht sich im Grunde durch die gesamte Hinrunde. Gegen den VfB gewann Werder 13 Zweikämpfe, kam nur zu Beginn wirklich gefährlich vors Gehäuse von Alexander Nübel und lief rund acht Kilometer weniger. Natürlich spielt dabei auch der Platzverweis von Karim Coulibaly eine Rolle, aber gegen eine Mannschaft, die fast doppelt so viele Spiele wie die Bremer absolviert hat, ist dies beunruhigend. Die Vorstellung gegen Ende der Partie glich einem Offenbarungseid, beim SVW bröckelt es. 

Auch die Kaderzusammenstellung wirft immer neue Fragen auf. Wieso bleibt ein nomineller Außenverteidiger lange außen vor, wieso funktioniert außer Sugawara kaum ein Neuzugang? Im Winter gilt es eigentlich nachzulegen, jedoch wird sich dies aufgrund verschiedener Faktoren wie dem Limit an Leihspielern schwierig gestalten. Das Spiel in Augsburg bekommt nun einen ganz anderen Stellenwert als erwartet: Verliert Werder, rutscht man in den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Und das bei einem harten Startprogramm für das Jahr 2026.

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