Der SV Werder steckt tief im Abstiegssumpf – und Besserung ist nicht in Sicht!

von Kulli - 08.Feb - 12:00

Auch beim SC Freiburg verpasst es der SV Werder, ein Tor zu erzielen und damit die Grundlage zu legen, Punkte aus dem Breisgau zu entführen. Die Lage der Grün-Weißen verschärft sich von Spieltag zu Spieltag. Seit nunmehr elf Pflichtspielen wartet der SVW auf einen Sieg, während die Konkurrenz fleißig punktet. Wirkliche Hoffnung auf Besserung gibt es aktuell kaum – und auch ein neuer Trainer wird wohl keine Wunder bewirken. Denn das Problem liegt weniger auf dem Rasen als vielmehr in der Chefetage.

Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2024 hinterlässt Clemens Fritz (Geschäftsführer Fußball) bislang keinen überzeugenden Eindruck. Keine der Neuverpflichtungen seiner Ära konnte nachhaltig überzeugen. Lediglich Marco Grüll, Yukinari Sugawara und Samuel Mbangula deuteten ihr Potenzial gelegentlich an. Zehn der 15 Neuzugänge kamen per Leihe an die Weser, darunter Victor Boniface, der zuvor beim AC Mailand den Medizincheck nicht bestanden hatte. Spieler wie Skelly Alvero wurden teuer verpflichtet, schlugen jedoch nie ein. Die Leihe von Jovan Milošević ließ man sich laut Transfermarkt.de rund 650.000 Euro kosten – ohne sich eine Kaufoption zu sichern. Der Stürmer war als Soforthilfe im bislang desaströsen Bremer Sturmzentrum gedacht, seine Bilanz ist jedoch ernüchternd: fünf Spiele, davon eines von Beginn an, ein Tor.

Trotz anhaltender Verletzungsmisere verzichtete man zudem auf die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers. Gegenüber der Bild erklärte Fritz: „Wir waren handlungsfähig, haben aber genug Vertrauen in den Kader.“ Aktuell muss Julian Malatini in der Innenverteidigung ran – und überzeugte erneut nicht auf BundesligaNiveau. FotMob bewertete seinen Auftritt mit 5,6 von 10 Punkten, dem 0:1 war ein zaghaftes Zweikampfverhalten des Argentiniers gegen Matanović vorausgegangen. Dass sich das Lazarett kurzfristig lichtet und Spieler wie Niklas Stark zurückkehren, erscheint derzeit eher Wunschdenken.

Nach der Partie sagte Peter Niemeyer, Leiter des Lizenzbereichs, gegenüber Sky, man sei sich der Situation bewusst und nehme diese an – Worte, die die Bremer Fans seit geraumer Zeit hören und die inzwischen leer klingen. Kapitän Marco Friedl formulierte es drastischer und sprach von einem möglichen „blauen Wunder“ sowie davon, dass man dort angekommen sei, wo man womöglich hingehöre.

Unterm Strich lässt sich festhalten: Die erhoffte sportliche Entwicklung ist ausgeblieben, aktuell spricht vieles für einen Abstiegskampf bis zum bitteren Ende. Ole Werner entschied sich im Sommer gegen eine Vertragsverlängerung – unter anderem aus Sorge über die fehlende Perspektive in Bremen. Zwar ist der Marktwert des Kaders gestiegen, doch Spieler wie Jens Stage, Senne Lynen oder Romano Schmid gelten als nahezu unantastbar und haben keinerlei Konkurrenzdruck. Auf der linken Außenverteidigerposition erhielt zuletzt Olivier Deman Spielzeit, obwohl der Belgier seit seiner Verpflichtung im Sommer 2023 nie wirklich Fuß fassen konnte.

Dennoch genießt Clemens Fritz weiterhin das Vertrauen von Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald. In einem Interview mit der Bild stellte dieser klar, er sehe keinen Anlass, den Geschäftsführer Fußball abzuberufen.

 

Die kommenden Wochen werden zu Wochen der Wahrheit. Am Samstag kann Werder gegen den FC Bayern befreit aufspielen – Zählbares erwartet ohnehin niemand. Danach folgen jedoch echte Endspiele: Zunächst geht es zum FC St. Pauli, anschließend kommt der FC Heidenheim ins Weserstadion. Die darauffolgenden Begegnungen gegen Union Berlin, Mainz und Wolfsburg sind nichts weniger als ein Überlebenskampf.

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