Warum Amorim Recht hat(te)!

von Dealo - 14.Jan - 17:30

Seit dieser Saison wurden die Rufe seitens vieler Fans, englischer TV- Experten sowie der Führungsriege von Manchester United nach einem Systemwechsel laut. Dabei wird die Auffassung vertreten, Amorims System, das 3-4-2-1, bremse die sportliche und insbesondere spielerische Entwicklung des Vereins und beispielsweise ein 4-3-3 sei auf den Kader deutlich besser zugeschnitten und würde neue Kräfte freisetzen können. Im Folgenden soll es darum gehen, wieso diese Ansicht ein Trugschluss darstellt und Amorim Recht hat(te) mit seinem System. 

Zunächst ein paar Worte zu Amorims System: Wie schon bei Sporting ist Amorims Spiel durch eine eng strukturierte 3er Kette, einem Mittelfeldduo im Zentrum, sowie zwei offensiv ausgerichteten Wingbacks und ganz vorne wird der Mittelstürmer flankiert von zwei Außenspielern, die sich allerdings zwischen den Linien bewegen sollen und somit anspielbar im 10er Raum sind, gekennzeichnet. 

Die Kaderkomposition von Manchester United illustriert, wieso Amorim jenes System wählte und nicht wie von vielen gefordert, auf 4er Kette gewechselt ist. Angefangen bei den Außenverteidigern, werden hier Spieler benötigt, die die Standards im modernen Fußball erfüllen. Während man als Wingback eine Absicherung mit einem Innenverteidiger genießt, steht der Außenverteidiger in der Viererkette oftmals isoliert im 1 gegen 1 da. 

Im vergangenen Spiel bei der FA Cup Niederlage gegen Brighton konnte man eindrucksvoll die Probleme beobachten, die die beiden Außenverteidiger Dorgu und Dalot im 1 gegen 1 Verteidigen hatten, wohlgemerkt in einem 4-2-3-1. Ein weiterer wichtiger Punkt, der gegen 4er Kette spricht, ist das Fehlen von Flügelspielern. Hier könnte man argumentieren, dass Diallo theoretisch der perfekte rechte Flügelspieler ist, aber man muss auch gleichzeitig die Frage stellen, wieso man Mbeumo für viel Geld verpflichtet und Diallo deshalb teils als Wingback seinen Stärken, nämlich Tempo aufziehen, Gegenspieler im letzten Drittel auf sich ziehen, 1 gegen 1 Duelle provozieren und den Abschluss suchen, beraubt wird. Zudem sind weder Cunha noch Mount richtige Flügelspieler und funktionieren im 10er Raum am besten. In vielen Aufstellungen zur 4er Kette wurde Cunha als linker Flügelspieler aufgestellt. Hätte man sich mit ihm weiter auseinandergesetzt, wüsste man, dass er sich auf dieser Position nicht wohlfühlt, siehe die wenigen Spiele bei der Hertha und den Wolves, wo er dort spielen musste. Er ist in diesen Spielen immer in den 10er Raum abgekippt, weil er sich dort wohlerfühlt. Bei Mount konnte man ebenfalls gegen Brighton beobachten, dass er seine Stärken nicht auf der rechten Flügelposition nicht ausspielen kann. 

Das 4-2-3-1 oder 4-3-3 ist nicht zugeschnitten auf diesen Kader. Auch ich fand es seltsam, dass Bruno vom 10er zum 8er gemacht wurde und nicht alle seine Stärken auf der Position zur Geltung kommen. Allerdings ist hier wieder die kadertechnische Frage zu stellen: Wie soll denn das ZM Duo ausschauen? 

Der neue Trainer Carrick sieht Mainoo ebenfalls nicht als “holding midfielder”, sondern weiter vorne. Und wenn in der Konsequenz das ZM Duo aus Casemiro Ugarte besteht und die Außenverteidiger Dorgu und Dalot heißen, dann kann man sich den Spielaufbau vorstellen: behäbig, gestresst vom Gegnerdruck, langsam und technisch nicht immer sauber. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Amorim Recht hatte, mit dem Hintergrund der Kaderkomposition und insbesondere eklatanten Schwächen in einzelnen Positionen, ist das 3-4-2-1 das beste derzeitige System für Manchester United gewesen. Für 4-3-3 oder 4-2-3-1 Utopien bedarf es zwei moderne Außenverteidiger, einen linken Flügelspieler und eine andere Zusammensetzung im zentralen Mittelfeld. 

Auch der sportliche Erfolg gab Amorim in dieser Saison Recht: drittbeste Offensive der Liga, Anschluss an die Champions League Plätze war vorhanden, kaum Niederlagen und eine Mannschaft, die gekämpft hat. 

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