Zwischen Rückblick & Ausblick: So präsentierten sich die BVB-Talente bei der U20-WM – und das erwartet uns bei der U17-WM!

von Sven - 14.Okt. - 10:04
Während in Chile die U20-Weltmeisterschaft in die entscheidende Phase geht, werfen bereits die nächsten großen Jugendturniere ihre Schatten voraus. Die U17-WM in Katar steht vor der Tür. Gleich mehrere Talente von Borussia Dortmund stehen im Rampenlicht. Einige sammelten bei der U20-WM wertvolle Erfahrungen, andere bereiten sich auf ihren großen Auftritt vor. Im folgenden Artikel findet ihr ein Überblick über zwei Turniere, die viel über den aktuellen Stand der BVB-Nachwuchsarbeit verraten.
Die U20-WM in Chile befindet sich auf der Zielgeraden. Seit dem 13. Oktober stehen die Halbfinals fest. Marokko trifft auf Frankreich, während Argentinien gegen Kolumbien um den Finaleinzug kämpft. Mit dabei waren auch zwei Spieler aus dem Nachwuchs von Borussia Dortmund, Cole Campbell (USA) und Danylo Krevsun (Ukraine).
Der 20-jährige Ukrainer Krevsun, seit der U19 im BVB-Nachwuchs und inzwischen fester Bestandteil der U23, spielte bei der U20-WM eine solide, wenn auch unauffällige Rolle. In allen Spielen der Ukraine stand er in der Startelf und sammelte insgesamt 333 Einsatzminuten. Als zentraler Mittelfeldspieler überzeugte Krevsun vor allem mit Ruhe am Ball und taktischer Disziplin. Die Ukraine schloss ihre Gruppe vor Paraguay, Südkorea und Panama als Erster ab, scheiterte dann aber im Achtelfinale unglücklich mit 0:1 an Spanien. Mit einer Torvorlage, drei herausgespielten Großchancen und durchschnittlich fünf gewonnenen Bällen pro Partie zeigte Krevsun eine ordentliche Leistung, kein Glanzturnier, aber ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung. Nach schwierigen Wochen zu Saisonbeginn bei der BVB U23 unter Mike Tullberg dürfte ihm das Turnier neues Selbstvertrauen geben.
Für Cole Campbell verlief das Turnier deutlich schwieriger. Der 19-jährige Offensivspieler, halb Amerikaner, halb Isländer, hatte im Sommer intensiv mit einem Wechsel geliebäugelt, unter anderem zum VfB Stuttgart. Nach Gesprächen mit Niko Kovač entschied er sich jedoch, beim BVB zu bleiben, wollte sich über Training und Einsatzzeiten empfehlen. Doch genau diese Spielpraxis blieb zum Saisonstart Mangelware. Bis zu seiner Abstellung zur WM sammelte Campbell in der Bundesliga lediglich 16 Einsatzminuten und das gegen Heidenheim.
Die U20-WM in Chile sollte deshalb eigentlich zur Bühne für Campbell werden, um Rhythmus, Selbstvertrauen und Sichtbarkeit zu gewinnen. Die USA traten mit einem durchaus spannenden Kader an, unter anderem mit Joshua Wynder (Benfica Lissabon B), Ethan Kohler (Werder Bremen / Leihe an den SC Verl) und Benjamin Cremaschi (Parma Calcio). Doch das Team enttäuschte teilweise. Zwar kam Campbell in fünf Partien (viermal Startelf) auf zwei Tore, eines davon per Elfmeter gegen Marokko, doch insgesamt blieb sein Auftritt hinter den Erwartungen zurück. Die USA schieden im Viertelfinale gegen starke Marokkaner aus, und Campbell konnte weder mit Kreativität noch Effektivität glänzen. Viel Wille, wenig Ertrag, so lässt sich sein Turnier zusammenfassen. Gerade mit Blick auf seine unklare Perspektive in Dortmund ist das ernüchternd. Eine Rückkehr in die U23 scheint wahrscheinlich, zumal die Konkurrenz auf den Halbraumpositionen im Profikader groß ist. Eine Trennung im kommenden Sommer ist nicht ausgeschlossen und wahrscheinlich. Ein toller Spieler mit viel Talent, der es voraussichtlich nicht beim BVB schaffen wird.
Jetzt ein Blick nach vorn! Die U17-Weltmeisterschaft in Katar. Kaum ist die U20-WM beendet, steht mit der U17-Weltmeisterschaft in Katar (Start 3. November) das nächste große Turnier vor der Tür, erneut mit BVB-Beteiligung. Sowohl Deutschland als auch die USA gehören zum Teilnehmerfeld, und mehrere Dortmunder Talente dürfen auf Einsätze hoffen.
Für Deutschland könnte Mussa Kaba theoretisch noch Teil der deutschen U17 werden. Der 16-Jährige feierte Anfang Oktober nach langer Verletzungspause sein Comeback in der BVB U23 und gab gleichzeitig sein Herren-Debüt. Seine Chancen auf eine WM-Nominierung stehen allerdings schlecht, da er in den letzten Lehrgängen und Testspielen nicht dabei war. Möglich ist, dass er sich zunächst voll auf seine Rolle im Herrenbereich konzentriert.
Einer der spannendsten Namen des Turniers dürfte Mathis Albert werden. Der dynamische Flügelspieler, der für die USA aufläuft, ist derzeit in überragender Form: 9 Tore, 6 Assists in 11 Spielen für die BVB U19, dazu ein Treffer bei seinem inoffiziellen Debüt in der U23. Albert gilt als eines der größten Talente im Nachwuchsfußball und wird in Katar mit Sicherheit für Aufsehen sorgen. Ein offizielles Debüt im Herrenbereich scheint nur eine Frage der Zeit.
Während die U17-WM in Katar läuft, pausieren die deutschen Nachwuchsligen, Zeit also für Talente, sich auf der größten Jugendbühne der Welt zu beweisen.
