Final Four im Blick: Bayern, Bamberg, Berlin und Oldenburg kämpfen um den Pokal!

von Kulli - 20.Feb - 18:00

Am kommenden Wochenende steigt das erste große Highlight des deutschen Basketball-Jahres 2026. Im Münchner SAP Garden findet das Top Four um den BBL-Pokal statt – mit den beiden Halbfinals am Samstag sowie dem Finale am Sonntag. Im ersten Halbfinale trifft Gastgeber FC Bayern Basketball auf die BMA 365 Bamberg Baskets, ehe am Abend Alba Berlin und die EWE Baskets Oldenburg aufeinandertreffen. Im Vorfeld des Turniers gab es vereinzelte kritische Stimmen, da das Finalturnier ursprünglich an einem neutralen Standort – Düsseldorf – stattfinden sollte. Stattdessen verkündete der FC Bayern Basketball, das Top Four in den kommenden drei Jahren im heimischen SAP Garden auszurichten. Sportlich verspricht das Teilnehmerfeld in jedem Fall hochklassigen Basketball.

FC Bayern Basketball vs. BMA 365 Bamberg Baskets

Das erste Halbfinale bestreiten – wie angekündigt – die Münchner und die Bamberger. Das Duell des Tabellenführers gegen den Sechsten steht unter dem Vorzeichen eines Offensivspektakels: Die drittbeste Offensive der Liga aus der bayerischen Landeshauptstadt trifft auf die zweitbeste aus Franken.

Der amtierende deutsche Meister aus München will die Schmach des vergangenen Pokalfinales vergessen machen, als man Gastgeber Syntainics MBC aus Weißenfels in letzter Sekunde unterlag. In der Liga läuft es hingegen nach Plan, was Tabellenplatz eins eindrucksvoll belegt. International blieb man in der EuroLeague jedoch hinter den Erwartungen zurück, sodass sich Weltmeistertrainer Gordon Herbert kurz vor Weihnachten von seinem Posten zurückzog. Seitdem steht Trainerlegende Svetislav Pesic an der Seitenlinie des siebenmaligen deutschen Meisters.

Angeführt wird das hochkarätig besetzte Bayern-Ensemble von Nationalspieler Andreas Obst, der sich spätestens bei der WM 2023 weltweit einen Namen machte – insbesondere mit seiner Gala-Vorstellung gegen die USA. In dieser Saison erzielt der Scharfschütze 14,8 Punkte pro Partie und trifft starke 40 Prozent seiner Dreipunktewürfe. Mit Justinian Jessup (über 43 Prozent Dreierquote) verfügt München über einen weiteren Elite-Shooter.

Auch Wenyen Gabriel, unter anderem früher bei den Los Angeles Lakers aktiv, bringt NBA-Erfahrung mit. Ergänzt wird der Kader durch Akteure wie Xavier Rathan-Mayes und Isiaha Mike, die für Tiefe und Variabilität sorgen.

Statistisch sind die Münchner ligaweit führend beim Plus-Minus-Wert (+14,7), stellen das beste Assist-Team, haben die zweitbeste Feldwurfquote und begehen die wenigsten Fouls. Zudem generieren sie – gemeinsam mit Frankfurt – die meisten Ballgewinne.

Auf der Gegenseite stehen die neunmaligen deutschen Meister aus Bamberg. Nach schwierigen Jahren befindet sich der Traditionsstandort unter Headcoach Anton Gavel wieder im Aufwind und rangiert auf Platz sechs – mit realistischen Chancen auf die direkte Playoff-Qualifikation.

Topscorer ist Ibi Watson mit 16,8 Punkten pro Spiel, ergänzt durch 4,3 Rebounds und 2,8 Assists. Point Guard Cobe Williams steuert 15,1 Zähler im Schnitt bei und sorgt zusätzlich für Ballgewinne. Athletik und Scoring liefert Demarcus Demonia (13,3 PPG, 5,6 Rebounds).

Eine besondere Rolle nimmt Zachary Ensminger ein, Sohn der BBL-Legende Chris Ensminger. Er bringt als Allrounder 7,3 Punkte sowie jeweils rund drei Rebounds und Assists pro Spiel ein. Bamberg stellt mit 82 Prozent das beste Freiwurfteam der Liga und leistet sich mit 12,3 Ballverlusten pro Partie die wenigsten Turnover. Auch das Shot-Blocking zählt zu den Stärken – ein Faktor, der gegen die athletischen Bayern entscheidend werden könnte.

Tip-off für das bayerische Prestige-Duell ist um 16 Uhr.

 

Alba Berlin vs. EWE Baskets Oldenburg

Drei Stunden später treffen die zehntplatzierten Oldenburger auf den Tabellenzweiten aus Berlin. Beide Teams mussten zuletzt Niederlagen hinnehmen: Oldenburg verlor in Ulm, Berlin unterlag den Hamburg Towers.

Besondere Brisanz erhält die Partie durch Albas Headcoach Pedro Calles. Der Spanier war von 2022 bis 2024 Cheftrainer in Oldenburg, wurde dort nach einer unglücklichen Phase entlassen und übernahm später in Berlin – zunächst als Assistent, inzwischen als Cheftrainer.

Der elfmalige deutsche Meister aus der Hauptstadt ist traditionell für seine Talentförderung bekannt – prominente Beispiele sind die Wagner-Brüder, die inzwischen in Orlando unter Vertrag stehen. International erreichte Alba kürzlich das Viertelfinale der Basketball Champions League.

Leistungsträger ist Routinier Martin Hermannsson mit 13,1 Punkten und 4,9 Assists pro Spiel bei 37 Prozent Dreierquote. Ein besonderes Augenmerk gilt dem 19-jährigen Guard Jack Kayil, dem eine NBA-Zukunft prognostiziert wird. Er erzielt 12,9 Punkte sowie vier Assists im Schnitt und wechselt im Sommer zu Gonzaga ans College.

Mit Norris Agbakoko steht zudem ein Ex-Oldenburger im Berliner Kader. Der Big Man liefert solide acht Punkte und fast fünf Rebounds pro Partie. Auch Bennet Hundt hat eine Oldenburger Vergangenheit.

Alba geht als Favorit in die Partie, doch Oldenburg hat sich nach schwachem Saisonstart eindrucksvoll stabilisiert. Nach nur einem Sieg aus neun Spielen trennte man sich von Predrag Krunic. Sein Nachfolger Lazar Spasic formte das Team vom Abstiegskandidaten zum Playoff-Anwärter. Unter seiner Leitung stehen acht Siege bei nur drei Niederlagen.

Starspieler ist Christopher Clemons mit 18,9 Punkten und 4,4 Assists pro Partie bei starken 41,4 Prozent Dreierquote. Sein Saisonbestwert liegt bei beeindruckenden 52 Punkten. Unterstützung erhält er von Brian Fobbs, der seit dem Trainerwechsel 15,4 Punkte im Schnitt auflegt, sowie von Akteuren wie Nicholas Tischler, Michale Kyser und Tomislav Zubcic.

Statistisch trifft die drittbeste Offensive Berlins (86,6 PPG) auf die neuntbeste aus Oldenburg (84,4 PPG). Die EWE Baskets verfügen über die zweitbeste Feldwurfquote der Liga und sind das beste Dreierteam. Problematisch bleibt jedoch das Rebounding – hier rangiert Oldenburg auf dem letzten Platz. Berlin überzeugt mit 20,1 Assists pro Spiel und ebenfalls niedrigen Turnover-Zahlen.

 

Prognose

Viel spricht dafür, dass der Pokal in München bleibt. Die individuelle Qualität und Kadertiefe des FC Bayern sind ligaweit unerreicht. Doch der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze – und mit Berlin, Oldenburg sowie Bamberg stehen drei Teams bereit, die für eine Überraschung sorgen können.

Eines ist sicher: Hochklassiger Basketball ist im SAP Garden garantiert.

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