Mathis Albert erstmals im Kader - BVB U23 überzeugt spielerisch & Wiedenbrück stiehlt spät einen Punkt!

von Sven - 30.Nov - 15:00

Es ist wieder Zeit für Regionalliga-Fußball in Dortmund. Im vorletzten Spiel vor der Winterpause wollte die U23 von Trainer Daniel Rios den jüngsten Aufschwung bestätigen. Nach dem 4:1 im Derby gegen Schalke und dem 5:3-Erfolg in Köln bot das Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück die Chance, sich weiter an die Spitzengruppe heranzuschieben. „Die Jungs arbeiten akribisch, der Schwung ist da“, betonte Rios vor der Partie. Zwei Heimspiele zum Abschluss des Jahres – die Ausgangslage war vielversprechend.

Wiedenbrück reist seit Wochen mit schweren Beinen an. Nur ein Sieg aus elf Partien, Abstiegszone, Drittletzter. Trainer Sascha Mölders kämpft mit seiner Mannschaft gegen den Trend. Dennoch warnte Rios: „Wir dürfen nicht denken, dass wir leicht drei Punkte holen. Dafür sind sie zu gut.“ Und wie sich später zeigt, behält er Recht. Rios konnte nahezu aus dem Vollen schöpfen. Mussa Kaba (17) und Jordi Paulina rückten nach ihren Länderspielabstellungen wieder in die Startelf. Auch Cole Campbell (19) feierte nach Wechselgerüchten und langer Pause seine Rückkehr. Besonders bemerkenswert, Mathis Albert (16) stand erstmals offiziell im U23-Kader. Nach einer bisherig glänzenden U19-Saison (15 Spiele, 9 Tore, 6 Assists) und einem starken Debüt im Testspiel winkte ein mögliches Pflichtspieldebüt, das ihn zum jüngsten U23-Spieler der Historie gemacht hätte.

Zu Beginn stellte Wiedenbrück kompakt zu und erschwerte den Dortmunder Aufbau. Doch die Doppel-Sechs Kaba/Reitz löste die Situationen immer wieder stark. Ein taktisches Detail aus früheren Saisonwochen kehrte zurück. Reitz kippte auf die Linksverteidiger-Position ab, "Almu" Kabar schob als nomineller LV ins hohe Flügelspiel, wodurch die linke Seite permanent überladen wurde.

Nach einer vergebenen Großchance von Eberwein übernahm der BVB vollends die Kontrolle. Kurz vor der Pause belohnte sich die Mannschaft. Almugera Kabar traf per starkem 1-gegen-1 zum 1:0. Der Linksverteidiger präsentiert sich seit Wochen in Topform, umso bitterer, dass er aufgrund einer stockenden Perspektive bei den Profis mit einem Winterwechsel liebäugelt. Die Führung zur Pause war hochverdient. Viel Ballkontrolle, klare Strukturen, nur die Chancenverwertung blieb ein kleines Manko.

Keine 30 Sekunden nach Wiederanpfiff gab es einen fragwürdigen Elfmeter für Wiedenbrück. Campbell und Kabar doppeln den Gegenspieler, der leicht fällt,  der Schiedsrichter zeigt dennoch auf den Punkt. Der Ausgleich, sehr unglücklich. Doch die Antwort des BVB war beeindruckend. In der 53. Minute zeigte die U23 ihre spielerische Qualität. Krevsun spielt einen langen Ball, Drakas setzt sich durch und legt in den Strafraum auf Paulina, der nach seiner Länderspielreise eiskalt einschiebt. Ein wunderschön herausgespielter Treffer. Paulina, erst kürzlich langfristig verlängert, zeigt erneut, warum er eigentlich zu gut für die Regionalliga ist.

Insgesamt standen heute acht Eigengewächse auf dem Platz. Ostrzinski, Krevsun, Cherny, Campbell, Mané, Kabar, Kaba und Diallo. Ein klares Signal, dass der Verein wieder den Weg der Förderung junger Talente intensiviert. Außerdem werden externe Spieler wie Drakas, Hüning, Reitz und Paulina werden im kommenden Jahr mit Sicherheit höherklassige Angebote bekommen.

In der Schlussphase wurde das Spiel härter, die U23 nahm die Zweikämpfe an, blieb spielerisch aber grundsätzlich stabil. Doch in der 86. Minute passierte das, was den jungen BVB diese Saison häufiger ereilt. ein spätes, unnötiges Gegentor. Ein Gestochere im Strafraum, der Ball geht irgendwie rein, 2:2, völlig aus dem Nichts und völlig unverdient. 

Die U23 zeigt unter Daniel Rios klare Fortschritte. Mehr Mut, mehr Struktur, mehr Jugendintegration und eine deutlich attraktivere Spielanlage. Das 2:2 fühlt sich wie eine gefühlte Niederlage an, weil die Mannschaft lange reifer, dominanter und besser war. Die Entwicklung stimmt  und der Weg Richtung dritte Liga ist mit den Leistungen aus den vergangenen Wochen keineswegs vom Tisch. Das Debüt von Mathis Albert bleibt aus. Aber die nächsten Monate bieten ihm genug Zeit, den Rekord trotzdem zu knacken.

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