BVB U23 verpasst Sieg gegen Bonner SC – Späte Rettung durch Reitz-Elfmeter!

von Sven - 28.Sep. - 16:01

Viel Ballbesitz, wenig Ertrag: Die U23 des BVB kämpft gegen den Bonner SC lange vergeblich um Tore. Erst in der Nachspielzeit rettet Reitz mit einem Elfmeter das 1:1.

Die BVB U23 ist am 28.09.2025 mit einem Heimspiel gegen den Bonner SC in den Spieltag gestartet. Schon vor dem Anpfiff war klar: es treffen zwei Teams mit völlig unterschiedlichen Ausgangslagen aufeinander. Dortmunds zweite Mannschaft ging als Tabellenneunter mit zwei Siegen in Folge ins Duell, während der BSC als Sechzehnter dringend Punkte im Abstiegskampf brauchte. Interimstrainer Daniel Rios setzte dabei weiter konsequent auf junge Spieler. Danilo Krevsun fehlte aufgrund seiner WM-Teilnahme mit der ukrainischen U20, Drakas saß eine Rotsperre ab.

Besonders spannend: Mané, zuletzt mit einer Schnupperphase im Profikader, ist nach der Rückkehr von Niklas Süle wieder fest bei der U23 und sofort als Abwehrchef neben Ben Hüning gesetzt. Ähnlich die Situation bei Kabar, der schon letzte Woche Minuten in der Regionalliga sammelte. Im Angriff durfte sich Kegni beweisen, nachdem er in der Youth League gegen Juventus Turin erfolgreich war,  vor den etablierten Wüstenhagen und Paulina. Dazu meldete sich Nick Cherny nach langer Verletzung zumindest wieder auf der Bank zurück.

Von Beginn an war klar, was Rios spielen lassen will: viel Ballbesitz, viel Struktur im Aufbau. Die U23 formierte sich in einer variabel eingerückten Dreierkette, in der Kabar von links oder Azhil von rechts immer wieder ins Zentrum schob, um neben Mané und Hüning Überzahl zu schaffen. Das Ergebnis: Dortmund dominierte den Ball, kam aber kaum zu zwingenden Chancen. Alles lief über die rechte Seite, Bonn verteidigte tief, wartete auf Umschaltmomente und wirkte dabei erstaunlich effizient.

Einziger Dortmunder, der in der ersten Hälfte positiv herausstach, war Ben Hüning. Schnell, laufstark, stabil gegen den Ball, so wie in den letzten Wochen. Seine Entwicklung ist auffällig: konstant, robust, mit klaren Schritten nach vorne. Wenn er dieses Niveau hält, dürfte spätestens zur kommenden Saison ein Wechsel in eine höhere Liga realistisch werden. Chancen blieben allerdings Mangelware, sodass es torlos in die Pause ging.

Nach Wiederanpfiff reagierte Rios früh. In der 55. Minute kamen Wüstenhagen und Paulina für den bemühten Boyamba und den blassen Kegni. Kurz darauf der Schockmoment: Hüning verlor auf Höhe der Mittellinie den Ball, Bonns Cueto marschierte ungestört bis zum Strafraum, Azhil kam mit seiner Grätsche zu spät, und Ostrzinski war chancenlos, 0:1 in der 64. Minute, und das nicht einmal unverdient. In der 74. Minute folgte der nächste Schritt in Richtung Comeback: Arne Wessels und Nick Cherny bekamen weitere Minuten.

Nach dem Rückstand erhöhte der BVB den Druck spürbar. Mit Wüstenhagen und Paulina kam deutlich mehr Schwung ins Offensivspiel, doch die letzte Präzision im Pass fehlte. Bonn verteidigte leidenschaftlich, stellte sich tief hinten rein und hielt die Dortmunder Angriffe meist vom Tor fern. Viele Flanken, viele Versuche, aber der entscheidende Abschluss fehlte.

Erst in der Nachspielzeit kam die Erlösung: ein Elfmeter in der 94. Minute, den Bonner Anhang heftig diskutierte, der aber nachvollziehbar war. Tony Reitz übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 1:1. Das Spiel wurde in den Schlussminuten noch einmal hitzig, blieb am Ende aber beim Remis.

Unterm Strich trennten sich die Teams also mit einem leistungsgerechten 1:1. Dortmund hatte den Ball, die Spielidee, und deutlich mehr vom Geschehen, belohnte sich aber nicht für die Dominanz. Bonn dagegen machte das Beste aus seinen wenigen Chancen und verdiente sich Respekt für eine stabile Abwehrarbeit. Ärgerlich ist das Ergebnis für die U23 allemal, doch es gibt keinen Grund zur Besorgnis. Unter Rios sind klare Ansätze erkennbar, junge Spieler wie Mané, Diallo, Kabar oder Cherny bekommen ihre Spielzeit, sammeln Erfahrungen im Herrenfußball und entwickeln sich weiter. Dass dabei Ergebnisse nicht immer im Vordergrund stehen, liegt in der Natur der Sache.

Die Punkteteilung gegen Bonn zeigt daher zweierlei: Der Weg ist noch steinig, aber er ist erkennbar. Und am Ende ist genau das für die Perspektive dieser Mannschaft entscheidender als zwei Punkte mehr in der Tabelle.

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