Machtdemonstration im Emirates – Arsenal beendet Villas unglaubliche Siegesserie!

von Mika Müller - 02.Jan - 17:00
11 wettbewerbsübergreifende Siege am Stück, darunter Siege gegen Chelsea, Manchester United und Arsenal. Aston Villa reiste mit breiter Brust nach Nord-London, allerdings ohne zwei Säulen – Matty Cash und Boubacar Kamara fehlten gelbgesperrt.
Damit wurde direkt eine Schwäche offenbart, die fehlende Kadertiefe. Malare Bogarde übernahm als Rechtsverteidiger, sein erst vierter Startelfeinsatz in dieser Saison. Eigentlich ist Bogarde im defensiven Mittelfeld zu Hause. Da spielte Amadou Onana neben Youri Tielemans, der oft auch in der offensiven Dreierreihe zum Einsatz kam. Dort bekam neben Superstar Morgan Rogers der formstarke Emiliano Buendia das Vertrauen, außerdem feierte Jadon Sancho seinen ersten Startelfeinsatz für Aston Villa. Im Sturm sollte Geburtstagskind Ollie Watkins für die Tore sorgen.
Bei Arsenal fiel kurzfristig Declan Rice aus, der gegen Brighton als Aushilfsrechtsverteidiger ranmusste. Jurrien Timber wurde rechtzeitig fit und übernahm diesen Posten. In der Innenverteidigung feierte Gabriel sein Startelfcomeback, Piero Hincapie wich dafür auf die linke Außenverteidigerposition. Das Dreiermittelfeld stellte sich mit Zubimendi, Merino und Ödegaard fast von allein auf. Trossard und Saka flankierten Mittelstürmer Gyökeres. Arsenals Spiel ist bekanntermaßen auf Kontrolle ausgelegt.
Aston Villas klare Stärke ist das schnelle Umschalten und gnadenlose Effizienz. Statistisch spielt keine Mannschaft öfter in den eigenen 16er zurück, so wird der Gegner herausgelockt und anschließend überspielt.
Mit der Hereinnahme von Mittelstürmer Gyökeres wollte Arteta offensichtlich eine weitere Option zur Torerzielung bieten. Das ging prinzipiell auf, denn direkt in der 6.Minute wurde der Schwede per Flanke gefunden, konnte den Kopfball allerdings aus 5 Metern nicht verwandeln. Kurz darauf kam auf der anderen Seite Geburtstagskind Ollie Watkins frei zum Abschluss, verpasste aber ebenso das Tor. Die beiden Mittelstürmer haben schon mehrere Großchancen in dieser Saison vergeben. Watkins ließ sich gerne auf die linke Halbspur rausfallen und öffnete so Raum für Morgan Rogers. In der 35. Minute kam Gyökeres erneut per Kopfball zu einer richtig guten Chance. Bei einer Flanke von Trossard bewegt sich Gyökeres überragend an seinen Gegenspielern vorbei, verfehlt das Tor dann allerdings erneut aus kurzer Distanz.
Auch Aston Villa wurde nochmal gefährlich, Jadon Sancho wurde auf rechts tief geschickt und legte quer Richtung Watkins, allerdings konnte Saliba im letzten Moment dazwischen grätschen. Ohne Tore ging es also in die Halbzeit. Es war ein komisches Spiel. Mehrfach wurde der Ball für einige Sekunden ruhen gelassen und das Tempo war komplett raus Aber wenn die beiden Teams mal aufs Gaspedal gingen, bot sich irrer Tempofußball auf höchstem Niveau. Aston Villa schaLte es überragend das Zentrum dicht zu halten und konnte immer wieder schnelle Umschaltmomente erzeugen.
Zur zweiten Hälfte musste Aston Villa wechseln. Der bis dato überragende Amadou Onana hatte sich nach einem Foul von Mikel Merino verletzt, beide Spieler gerieten mehrfach aneinander. Onana konnte immer wieder mit langen Schritten aus der Tiefe das Spiele antreiben und leitete mehrere AngriLe ein. Auch defensiv war der Belgier eine Bank. Aus Personalmangel musste John McGinn auf die Sechserposition zurückgestellt werden. In der 47. Minute bekam Arsenal die erste Ecke zugesprochen und wer die Gunners in dieser Saison verfolgt, weiß genau was das bedeutet. Saka brachte den Ball in hohem Bogen Richtung Fünfer, Emiliano Martinez agierte zu zögerlich und Gabriel bugsierte den Ball ins Tor zum 1:0 FührungstreLer. Die Villans haben bislang 5 Auswärtsspiele gewonnen, alle nach Rückstand. Außerdem gewann sie schon achtmal 2:1, im Hinspiel gegen Arsenal zum Beispiel.
Kurze Zeit später verlor Aston Villa aber den Ball im Spielaufbau als Tielemans leichtfertig den von drei Spielern bedrängten Sancho anspielen wollte. Aston Villa war unsortiert, was Martin Ödegaard mit einem überragenden Pass in die Lücke direkt ausnutzte. Martin Zubimendi lief ein und spitzelte den Ball zum 2:0 vorbei an Martinez. Innerhalb von sieben Minuten führte die Heimmannschaft mit 2:0 und die Gunners kontrollierten das Spiel weiterhin. Nach einer weiteren Ecke wurde es gefährlich, außerdem hatte Martin Ödegaard zwei Topchancen, einmal davon parierte Martinez überragend, der aber dennoch sehr unsicher wirkte. OLensiv kam von den Gästen nichts mehr.
Nach einem Handballartigen Powerplay zog Trossard trocken vom Sechzehner ab und ließ Martinez keine Chance. Als dann auch noch der nach Kreuzbandriss gerade wiedergenese Gabriel Jesus mit seinem ersten Ballkontakt zum 4:0 traf brachen endgültig alle Dämme. Die Ergebniskosmetik durch Ollie Watkins in der Nachspielzeit tat dem auch keinen großen Abbruch, für Watkins kristallisiert sich das Emirates als Lieblingsstadion heraus, es war bereits sein fünfter Treffer dort. Mit der Verletzung Onanas und dem frühen TreLer Arsenals war Aston Villa Schachmatt gesetzt. Unai Emery konnte nur noch Donyel Malen bringen, ansonsten kam Garcia zu seinem Saisondebüt und mit Jamaldeen Jimoh und George Hemmings kamen zwei Youngster zu ihren ersten Profiminuten, mehr war nicht möglich.
So baut Arsenal ihre Tabellenführung deutlich aus und weil Manchester City am Neujahrstag patzte stehen die Gunners mit 4 Punkten Vorsprung auf Platz 1.
