Warum der Afrika Cup anders ist: Fünf Spieler, fünf unglaubliche Geschichten!

von Mika Müller - 19.Dez - 15:00

Noch wenige Tage bis zum Afrika Cup – wir verkürzen die Wartezeit und stellen euch einige spannende Spieler vor. Ob Talente, Exoten oder unbekannte Stars: Mit der Auswahl soll die komplette Bandbreite abgebildet werden, um die Faszination, die dieses Turnier mitbringt, zu vermitteln. Viel Spaß!

Mbekezeli Mbokazi 

Position: Innenverteidiger 

Alter: 20 Nationalität: Südafrika 

Verein: Orlando Pirates – ab Winter Chicago Fire

„What is he going to do in Chicago? It is not even a top team anymore. And if my info is right, I don’t know, they told me he’ll be playing in MLS 2. That’s the second team of Chicago. I don’t know if it’s the truth, they told me.“ Diese Worte stammen vom südafrikanischen Nationaltrainer Hugo Broos. Der Belgier ist sauer auf seinen Innenverteidiger, der zudem seinen Flug verpasste und dadurch verspätet im Teamquartier ankam. „I will have a chat with him after training. And I can assure you, he is a black guy and he will get out of my room as a white guy. Because that I can’t accept. But I know why, I know why. Suddenly Mboki is a star – he thinks he is a star! This is the attitude of a star, ‘I will decide when I come’. I will explain it to him. I’m very angry, very angry about his attitude.“ 

Warum der Belgier so sauer ist? Mbokazi ist das wohl größte südafrikanische Defensivtalent seit Aaron Mokoena, Kapitän bei der WM 2010, der es auf über 100 Spiele in der englischen Premier League brachte. Im damaligen WM-Kader standen neben Mokoena mit Steven Pienaar und Kagisho Dikgacoi zwei weitere Premier-League-Spieler, außerdem gab es viele Profis in kleineren europäischen Ligen. Nach dem Afrika Cup verlässt Mbokazi die Orlando Pirates, die er jüngst noch als Kapitän zum Pokalsieg führte. Die WM-Qualifikation für 2026 schaffte Südafrika nahezu ausschließlich mit heimischen Spielern – einer davon war Mbokazi. Sein Debüt feierte er im Juni in einem Testspiel gegen Mosambik und stand anschließend direkt in der WM-Qualifikation gegen Lesotho auf dem Platz. Im wichtigen Spiel gegen Nigeria, erst seinem dritten Länderspiel, meldete der damals noch 19-Jährige sowohl Cyriel Dessers als auch Tolu Arokodare komplett ab. 

Nicht nur sein Trainer, sondern das ganze Land lobten den Youngster, der auch zum Man of the Match gewählt wurde. Das Kraftpaket ist ein physisches Monster, wagt gerne Vorstöße und traut sich mit seinem linken Fuß auch Abschlüsse aus der Distanz zu. Er neigt zwar noch zu langen Bällen, doch diese bringen oft Gefahr. Defensiv ist er vor allem am Boden eine Macht. Im vorletzten Qualispiel holte er sich beim 0:0 gegen Simbabwe in der Nachspielzeit zwei unnötige gelbe Karten in zwei Minuten ab und flog vom Platz, weil er sich auf Provokationen des Gegners einließ und ihn zweimal umschubste. Mbokazi verpasste so das entscheidende Spiel gegen Ruanda, in dem seine Nation die Qualifikation perfekt machte. 

Es ist zu hoffen, dass er aus diesem Ausraster gelernt hat. Nicht nur Hugo Broos ist der Ansicht, dass die MLS der falsche Schritt für ihn ist. Mit einer guten Weltmeisterschaft wäre der Sprung nach Europa durchaus machbar gewesen. Fürs Erste steht jedoch der Afrika Cup an. Mit Angola, Ägypten und Simbabwe hat Südafrika eine harte, aber machbare Gruppe erwischt. Hier hat Mbokazi die Chance, sich erstmals ins ganz große Rampenlicht zu spielen – die Anlagen dafür hat er jedenfalls.

Noah Sadiki 

Position: Zentrales Mittelfeld 

Alter: 20 

Nationalität: DR Kongo 

Verein: AFC Sunderland 

Satte 17 Millionen Euro legt der Aufsteiger aus Sunderland auf den Tisch, um den jungen Mittelfeldspieler im Sommer von Union Saint-Gilloise loszueisen, für die er auf dem Weg zur belgischen Meisterschaft der Schlüsselspieler war. An der Seite von Granit Xhaka stand Sadiki in jedem Spiel in der Startelf und hat einen enormen Anteil an der bislang überragenden Saison von Sunderland. Jüngst brachten ihn erste Gerüchte mit Manchester United und dem FC Chelsea in Verbindung. 

Sadiki ist in Brüssel geboren und durchlief zunächst auch sämtliche Auswahlmannschaften Belgiens. Doch bereits 2023 wechselte der damals 18-jährige den Verband und läuft seitdem für das Heimatland seiner Eltern, der Demokratischen Republik Kongo auf. Damit ist Sadiki eine absolute Ausnahme in der heutigen Fußballwelt. Viele Spieler mit doppelter Staatsbürgerschaft warten lange auf ihre Chance in einer großen Nationalmannschaft und erwägen den Verbandswechsel erst später in der Karriere. So wie Teamkollege Aaron WanBissaka, der nie für die englische A-Nationalmannschaft berufen wurde und sich dieses Jahr im Alter von 27 Jahren für die DR Kongo entschied. Von dem her ist Sadikis frühe Entscheidung sehr ungewöhnlich, aber sein Ziel ist klar: die DR Kongo zu einer starken Fußballnation zu führen. 

Das Juwel erweist sich nicht nur als Dreh- und Angelpunkt auf dem Platz, sondern auch daneben. Mit seiner frühen Entscheidung pro DR Kongo setzte er ein Ausrufezeichen und darauf versucht er aufzubauen. Laut einigen Medienberichten liegt dem Nationaltrainer Sebastian Desabre eine Liste mit 15 potenziell spielberechtigten Profis vor, wovon 8 durch Sadiki vorgeschlagen und kontaktiert worden sein sollen. Ob die drei Belgier Mathie Epolo (20, Stammtorwart von Standard Lüttich), Mario Stroeykens (21, OM von RSC Anderlecht) und Michel-Ange Balikwisha (24, Celtic) bereits die ersten Nominierungen aus dieser Liste sind, ist nicht genauer bekannt. Sie zeigen aber, dass der Kurs stimmt. 

Die direkte WM-Qualifikation wurde gegen den Senegal knapp verpasst, auch weil man eine 2:0 Führung im direkten Duell verspielte und noch 2:3 verlor. Die zweite Chance im afrikanischen Playoff nutzten die Leoparden. Mit 1:0 wurde Kamerun im Halbfinale heimgeschickt und im Finale zog Nigeria im Elfmeterschießen den Kürzeren. Sadiki nahm dabei vor allem im Finale das Heft in die Hand. Er lenkte von der linken 8er Position aus das Spiel und ließ sich auch sehr häufig auf den linken Flügel aus. Somit ist die DR Kongo nur noch einen Sieg von der WM 2026 entfernt. Ende März wartet im Finale des FIFA-Playoffs der Sieger aus dem Halbfinale zwischen Neukaledonien und Jamaika. Noah Sadiki ist ein spezieller 8er. 

Er ist dribbelfreudig und dabei sehr progressiv. Bei Progressive Carries befindet er sich im 84. Perzentil, bei Successful Take-Ons sogar im 91. Perzentil. So erzwingt er viele Fouls und kreiert viel Raum. Stark ist er auch bei Interceptions und er blockt viele Bälle. Die Nationalmannschaft befindet sich in blendender Form, abgesehen von der Niederlage gegen den Senegal gewannen die Kongolesen jedes einzelne Spiel und sind ein Geheimfavorit auf den Titel. Beim letzten AFCON erreichten sie bereits sensationell das Halbfinale. Wenn es nach Noah Sadiki geht, soll dieser Erfolg nun überboten werden.

Arnold Maël Kamdem 

Position: Zentrales Mittelfeld 

Alter: 25 

Nationalität: Kamerun 

Verein: Sport Sinop (2. Liga des Bundesstaats Mato Grosso bzw. 6. Brasilianische Liga) 

Roger Milla, Samuel Eto’o, Rigobert Song oder Thomas N’Kono – Kameruns Nationalteam hatte schon so einige Weltklassespieler in ihren Reihen. Doch dieser Glanz vergangener Tage ist längst vorbei. Die WM-Qualifikation geriet zur Farce, weil der Fußballverband FECAFOOT, allen voran mit Präsident Samuel Eto’o in einem Machtkampf mit dem Sportministerium verfiel. Sabotage, Handgreiflichkeiten, Korruption und zwei parallel eingestellte Trainer waren der Anfang eines toxischen Machtkampfs. Am Ende setzte sich das Sportministeriums mit Trainer Marc Brys durch und der von FECAFOOT eingestellte Kandidat wurde abkommandiert. Die Qualifikation für die WM schaffte der sture Belgier nicht und wurde nun vom Fußballverband durch David Pagou ersetzt. Davon wollte der Belgier aber nichts wissen, sein Vertrag wurde schließlich vom Sportministerium unterzeichnet. Brys legt seine Kaderliste offen, diese unterscheidet sich klar von dem Kader den Pagou ausgewählt hat. 

Pagou sortierte unter anderem Torwart Andre Onana und Stürmer Vincent Aboubakar aus, letzterem fehlen nur noch elf Tore um Eto’o als Toptorschützen einzuholen – ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die letzten Jahre müssen kamerunischen Fußballfans also wie ein nicht endender Fiebertraum vorgekommen sein, doch selbst die Stressresistentesten Anhänger dürften bei der Nominierung von Kamdem hyperventiliert haben. Trotz einer Einwohnerzahl von 29 Millionen Menschen und etlicher Profispieler auf der ganzen Welt, fiel die Wahl von Neu-Nationaltrainer David Pagou um den verletzten Fidel Ambina von Valerenga zu ersetzen, auf den in kaum einer Datenbank existierenden Arnold Kamdem, der mit 25 Jahren auch wahrlich kein Talent mehr ist. 

2021 verließ er sein Heimatland und tingelt seitdem durch die brasilianischen Amateurligen. Aktuell steht er beim Sport Club Sinop unter Vertrag, sein zwölfter Verein in 5 Jahren Brasilien. Kein einziger der Klubs spielt in dem vom Verband organisierten Profiligen System. Dieses beinhaltet vier Spielklassen, unterhalb davon wird in den jeweiligen Bundesstaaten gespielt. 

Der Sport Club Sinop spielt im Bundesstaat Mato Grosso – in der 2.Liga. Dabei ist Mato Grosso keine der stärksten regionalen Ligen, diese sind traditionell in Sao Paulo oder Rio de Janeiro. Theoretisch spielt Kamdem somit in der sechshöchsten Liga. Je weiter man recherchiert, desto unglaublicher wird diese Geschichte. Wir sprechen immer noch von Kamerun, eine der Schwergewichte auf dem afrikanischen Kontinent, die auf jeder Position etliche Spieler in Europa, Asien oder Afrika zur Verfügung hätten. Eigentlich besteht keine Not einen regionalen Kicker aus Brasilien zu berufen. Die Fans in den sozialen Medien fragen sich derweil, ob Kamdem überhaupt ein Profi ist. Die Personalie ist ein einziges Fragezeichen. 

Auf Twitter tauchten alte Fotos auf, die Kamdem als U20 Nationalspieler zeigen – mit Pagou als Trainer. Weil diese Geschichte so unglaublich ist, dass keine entsprechenden Superlative existieren, muss man ganz klar fragen: Warum zum Teufel nominiert der neue Trainer einen Spieler, für den das Wort unbekannt nicht mal annähernd ausreicht, für das wichtigste Turnier Afrikas? Eine offizielle Antwort darauf gibt es nicht. An einen Scherz glaubt mittlerweile auch keiner mehr, seitdem Fotos von Kamdem im Training mit den weiteren Auswahlspielern aufgetaucht sind. 

Vermutet wird eine tiefere Verbindung von Trainer Pagou mit dem Verein bei dem Kamdem spielt. Die FIFA muss die jeweiligen Vereine für jeden Nationalspieler mit einer Kompensationszahlung entschädigen. Vielleicht liegt darin der Grund für die Nominierung, diese These ist zumindest unter den Fans in den sozialen Medien eine weit verbreitete. Auch hier wird es keine Auflösung geben. 

Spannend wird zu sehen sein, ob Kamdem auch Einsatzchancen hat. Bei all den offenen Fragen dürfte eines jedoch feststehen: Arnold Kamdem muss der größte Exot des diesjährigen Afrika Cups sein.

 

Elias Palembe „Domingues“ 

Position: Offensives Mittelfeld 

Alter: 42 Nationalität: Mosambik 

Verein: UD Songo (1. Liga Mosambik) 

Elias Palembe, genannt „Domingues“, ist der älteste Spieler des Turniers. Mit frischen 42 Jahren ist er nach wie vor einer der Schlüsselspieler im Team von Mosambik. Für ihn ist es der dritte AFCON, bei der letzten Ausgabe wurde er zum zweitältesten Feldspieler des Turniers aller Zeiten. Diese Marke kann er nun ausbauen, würde dabei jedoch nicht den Rekordhalter Mohammed Lawal verdrängen. 

Allerdings könnte Domingues der älteste Torschütze eines Afrika-Cups, sowie der älteste Kapitän einer Mannschaft werden. Bis zum Ende des Jahres 2024 stand er in der WM-Qualifikation für Mosambik auf dem Platz, bevor er einen großen Teil des Länderspieljahres 2025 verpasste. Im November feierte er sein Comeback und führte sein Team gegen Marokko als Kapitän aufs Feld. Seinen Stammplatz verlor er an den eingebürgerten Portugiesen Pepo, der allerdings im Aufgebot für den AFCON fehlt. Zuvor äußerte sich Trainer Conde noch sehr bedeckt zu einer möglichen Rückkehr: “I don’t see any possibility of him coming back to this group of players. It pains me to be associated with his exclusion, but we must remain consistent with our principles. Beyond the player he is, we must also look at the man, and no one is above the institution”. Anscheinend hatte Domingues sich nicht mehr um seine Reisedokumente gekümmert und auch sonst niemanden über seine Abwesenheit informiert. Nun kehrt er also doch zurück, vermutlich ist es sein letztes Turnier. 

Als Grund, warum er immer noch spielt, nennt er die Leidenschaft für den Fußball. Außerdem ernährt er sich gut, weshalb er auch mit 42 Jahren noch fit ist. Wer ihn spielen sieht, erkennt das Feuer in ihm. Immer wieder versucht er das Spiel anzukurbeln, dabei ist er für sein Alter noch sehr flink und wendig. Die Chancen sein Können zu zeigen dürften in der Gruppe mit Kamerun, Gabun und der Elfenbeinküste gering ausfallen. Dennoch lohnt es sich, ihm zuzuschauen – es dürfte die letzte Gelegenheit sein.

Emilio Nsue 

Position: Mittelstürmer 

Alter: 36 Nationalität: Äquatorialguinea 

Verein: CF Intercity (4. Liga Spanien) 

Ein Name den jeder Afrika-Cup-Fan kennen MUSS. Nsue hat in 14 AFCON-Spielen 6 Tore erzielt, geht in sein viertes Turnier – und ist das erste Mal spielberechtigt. Klingt unglaublich, ist aber so. Aber ganz von vorne: Emilio Nsue wurde in Palma de Mallorca geboren und durchlief die Jugend von RCD Mallorca. Mit 18 Jahren feierte er sein LaLiga-Debüt. In der Folge absolvierte er zahlreiche Spiele in der ersten und zweiten spanischen Liga. Mit der spanischen U21 wurde er 2011 Europameister und kommt genau eine Minute zum Einsatz, die Minute sollte später noch zum Verhängnis werden. 2013 kam Nsue erstmals für die Nationalmannschaft Äquatorialguineas zum Einsatz und schoss in der WM-Qualifikation direkt einen Hattrick gegen Kap Verde. 

Im Dezember 2013 schaltete sich die FIFA ein, Nsue war aufgrund seines Einsatzes bei der U21-EM nicht spielberechtigt. Die Spiele wurden mit 0:3 gegen Äquatorialguinea gewertet und Nsue kam erst einmal nicht mehr zum Einsatz für das Nationalteam. Das änderte sich im Januar 2015 kurz vor dem Afrika Cup, der in Äquatorialguinea und Gabun stattfand. Nsue, mittlerweile in Diensten des FC Middlesbrough, erzielte das erste Tor des Turniers und führte als Kapitän seine Mannschaft sensationell ins Halbfinale. In der Folge lief er regelmäßig für das Nationalteam auf, trotzdem dauerte es bis 2022, ehe Äquatorialguinea sich wieder für einen Afrika Cup qualifizieren konnte. Nsue war wieder Kapitän der Mannschaft, obwohl er zu diesem Zeitpunkt vereinslos war. Wieder überraschte seine Mannschaft und erreichte das Viertelfinale. Im Sommer 2022 schloss er sich dem spanischen Drittligisten CF Intercity an. 

Wie so viele Nationalspieler seines Landes stellt er seine Vereinskarriere hinten an und fokussiert sich auf die Nationalmannschaft. Das funktionierte hervorragend, der Start in die WM-Qualifikation gelang Nsue und Äquatorialguinea sehr gut. Mit zwei 1:0-Siegen war man mit Tunesien in der Gruppe gleichauf, beide Treffer erzielte Nsue. Im Januar 2024 stand der Afrika Cup in der Elfenbeinküste an. Äquatorialguinea landete in der Gruppe A mit dem Gastgeber, Nigeria und Guinea-Bissau. Bereits im ersten Gruppenspiel gelang dem Underdog ein 1:1 gegen Nigeria. Nsue, der im Verein mittlerweile als Rechtsverteidiger unterwegs war, führte als Mittelstürmer und Kapitän seine Mannschaft an. Im zweiten Spiel erzielte Nsue einen Hattrick und führt sein Team zum 4:2 über Guinea-Bissau. So ergab sich vor dem letzten Spieltag eine spannende Konstellation. Äquatorialguinea führte die Gruppe mit 4 Punkten an, das punktgleiche Nigeria stand auf Platz 2, Gastgeber Elfenbeinküste war aufgrund der Niederlage gegen Nigeria nur dritter. Im letzten Spiel müssen die Ivorer als gewinnen, um sicher weiterzukommen. Doch das Spiel gegen Äquatorialguinea wird zur Blamage. Mit 4:0 wird der Gastgeber abserviert, Nsue trifft erneut doppelt.

Nach der sensationellen Gruppenphase war im Achtelfinale gegen Guinea Schluss. In Unterzahl vergab Nsue in der 69. Minute einen Elfmeter, ehe Guinea in der 90+8 Spielminute das goldene Tor erzielte. Nsue wurde mit 5 Toren der Torschützenkönig des Turniers. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Im Februar wurde Nsue zusammen mit dem langjährigen Partner Iban Salvador, der auch immer beim Afrika Cup groß aufspielt, vom eigenen Verband suspendiert. Als Grund wurde mehrfache Disziplinlosigkeit genannt. Im Sommer 2024 veröffentlichte die FIFA eine Stellungnahme wonach Nsue nicht für die Nationalmannschaft spielberechtigt ist und es auch nie war. Grund dafür ist die eine Spielminute für Spaniens U21. 

Warum er seit 2015 dennoch spielte und die FIFA erst 2024 reagierte ist unklar, jedenfalls ist die Geschichte kompletter Wahnsinn. Weder die FIFA noch der Verband Äquatorialguineas haben sich in dieser Angelegenheit mir Ruhm bekleckert. Die beiden WM-Qualispiele wurden mit 0:3 für die Gegner gewertet und zerstörten so die wohl einmalige Chance für diese Spielergeneration, bei einer WM dabei zu sein. Wer denkt die Nationalmannschaftskarriere von Nsue ist damit endgültig vorbei hat falsch gedacht. Im März 2025 kehrte er zurück – mit entsprechender Spielberechtigung der FIFA. 

Bei seinem Comeback, in dem er direkt wieder Kapitän war, traf er direkt zum Sieg. Seit Oktober 2025 fehlte Nsue wieder im Kader, wurde jetzt aber für den Afrika Cup nominiert. Auch Iban Salvador ist wieder mit von der Partie. In einer Gruppe mit Burkina Faso, Sudan und Algerien ist die Chance auf ein Weiterkommen möglich. Von einem ist aber sicher auszugehen, die Schlagzeilen werden mal wieder Emilio Nsue gehören, vermutlich zum letzten Mal bei einem Afrika Cup.

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