Der rasante Aufstieg von Mika Baur!

von Jonas - 14.Nov - 11:58

Im vergangenen Winter wechselte Mika Baur mangels Einsatzzeit auf Leihbasis zu Dynamo Dresden. Zwar kam der Offensivspieler dort regelmäßig zum Zug, doch richtig überzeugen konnte er nicht. Als er zum Saisonauftakt der neuen Spielzeit nicht einmal im Kader des SC Paderborn stand, zweifelten viele bereits an seiner Perspektive beim Zweitligisten. Doch es kam ganz anders.

Am 13. Juni 2024 gab der SCP die Verpflichtung des damals 19-jährigen U20-Nationalspielers bekannt, ein typischer Transfer für die Ostwestfalen: jung, entwicklungsfähig, bezahlbar. Und doch war der Deal in gewisser Weise untypisch, denn Paderborn bildet normalerweise Spieler für die U-Nationalteams aus, statt sie von dort zu verpflichten. Entsprechend groß war der Hype um den jungen Freiburger. Der Start verlief allerdings holprig. In der Hinrunde der Saison 2024/25 stand Baur nur zweimal in der Startelf und kam insgesamt auf lediglich 186 Minuten Spielzeit, zu wenig für ein Talent seines Formats. Folgerichtig folgte im Winter die Leihe nach Dresden. Bei Dynamo Dresden kam Baur auf 18 Einsätze in der 3. Liga. Zwar waren die Spielminuten überschaubar, dennoch gehörte er zu jener Mannschaft, die den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machte. Nach seiner Rückkehr nach Paderborn schien die Lage zunächst unverändert. Am ersten Spieltag stand er nicht im Kader, am zweiten wurde er in den Schlussminuten eingewechselt. Dann aber kam die Wende. 

Nach der ersten Länderspielpause veränderte sich Baurs Rolle entscheidend. Da Luis Engelns von der DFB-U19 erschöpft zurückkehrte und Hansen in der Innenverteidigung benötigt wurde, suchte Trainer Ralf Kettemann einen neuen Partner für Castaneda im zentralen Mittelfeld. Seine Wahl fiel auf Mika Baur, ein Entschluss, den man in Paderborn bis heute nicht bereut. Seit dem Spiel gegen Bochum stand Baur in allen acht Ligapartien in der Startelf, erzielte zwei Treffer und bereitete drei weitere vor. Paderborn gewann alle acht Spiele, mit Baur als Taktgeber im Zentrum. 

Wer den SCP aktuell beobachtet, erkennt schnell, welchen Einfluss Baur auf das Spiel seiner Mannschaft hat. Er lässt sich tief fallen, holt sich die Bälle ab, initiiert Angriffe, sucht Dribblings und Abschlüsse. Besonders im Spiel gegen Leverkusen beeindruckte er, als er nahezu allein den Aufbau lenkte und immer wieder mit riskanten, präzisen Pässen gefährliche Situationen kreierte. Baur ist ein Fußballer, der den Unterschied machen kann, technisch stark, mutig im Eins-gegeneins und mit einem Gespür für den richtigen Moment. Kurz: ein Spieler, dem man gerne zusieht. 

Die starken Leistungen blieben auch dem DFB nicht verborgen. Erstmals wurde ein Spieler des SC Paderborn für die deutsche U21-Nationalmannschaft nominiert, ein historischer Moment für den Verein und die logische Konsequenz einer rasant verlaufenden Entwicklung. 

In den kommenden Wochen geht es für Baur darum, sich auch auf internationaler Nachwuchsebene zu behaupten. Parallel stehen für den SCP fünf richtungsweisende Zweitligapartien an. Hält Baur sein aktuelles Niveau, dürfte er zum entscheidenden Faktor im Aufstiegsrennen werden. Doch klar ist auch: Bleibt er so stark, wird es schwer, ihn über den Sommer hinaus zu halten. Laut Medienberichten besitzt sein Ex-Klub SC Freiburg eine Rückkaufoption und selbst wenn nicht, dürfte das Interesse anderer Clubs spätestens im Winter deutlich zunehmen. Für Paderborn bleibt daher die Hoffnung, dass Mika Baur nicht nur zum Symbol einer gelungenen Entwicklung wird, sondern vielleicht auch zum Gesicht eines möglichen Bundesliga-Aufstiegs.

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