Der SC DHfK Leipzig nach der Pleite gegen die MT Melsungen weiter in der Krise - Was trotzdem Hoffnung macht?

von Dennis Fritzsch - 12.Okt. - 16:40
Auch im achten Spiel der Saison gelingt dem SC DHfK Leipzig kein Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Es folgt die nächste Niederlage bei der verletzungsgeplagten MT Melsungen. Der Druck auf Leipzig wächst – auch, weil der Bergische HC erstmals gewinnt.
Nach dem Sieg des Bergischen HC gegen die HSG Wetzlar (35:28) rutscht der SC DHfK Leipzig auf den letzten Platz in der DAIKIN Handball-Bundesliga ab. Auch, weil der erhoffte Befreiungsschlag in Melsungen ausbleibt.
Nach einem guten Start in das Spiel, in welchem man nach 5 Minuten noch führte, verliert man erneut die Konzentration und Konsequenz in den entscheidenden Momenten. Nach rund fünfzehn gespielten Minuten stehen bereits fünf Fehlwürfe aus freien Wurfsituationen zu Buche, die der Melsunger Torwart Palasics zu vereiteln wusste.
Dadurch kam die MT besser ins Spiel und führte bereits nach siebzehn Minuten erstmals mit fünf Toren Unterschied. Dem SC DHfK Leipzig gelang es folglich nicht mehr, sich von den Dämpfern zu erholen. Man verlor auch dieses Spiel mit 34:25.
Auch, weil früh in der Partie wieder einmal deutlich wird, dass die Abstimmungen und Abläufe bei den Leipzigern nach wie vor nicht stimmen. Im Angriff schenkt man, wie bereits in der Vorwoche gegen die SG Flensburg-Handewitt, durch zu viele technische Fehler oder Fehlabspiele den Ballbesitz her. In der Abwehr scheint es, als fehle jegliche Abstimmung im Mittelblock. In den Eins-Gegen-Eins-Situationen hat man oftmals das Nachsehen und der gegnerische Kreisläufer wird zu oft unzureichend gedeckt. Die Folge sind neun Siebenmeter für Melsungen, wovon ein starker Florian Drosten acht direkt verwandelt.
Nach acht Spielen in der noch jungen Bundesliga-Saison ist die Bilanz besorgniserregend. Mit einem Unentschieden und sieben Niederlagen stehen die Sachsen auf dem letzten Tabellenplatz. Dabei zeigen Statistiken deutlich, derzeit den zweitschwächsten Angriff und die zweitschwächste Defensive in der Liga zu haben.
Was macht Hoffnung?
Das Auftaktprogramm: Fakt ist ohne jeden Zweifel, dass die Leipziger ein Auftaktprogramm hatten, wie es härter kaum seine konnte. Nach dem THW Kiel, den Rhein-Neckar Löwen, der SG Flensburg-Handewitt und der MT Melsungen folgt am kommenden Sonntag noch das Ost-Duell gegen den bisher ungeschlagenen SC Magdeburg. Auch in diesem Spiel wird man als Underdog in die Partie gehen. Es folgt, abgesehen von den Füchsen Berlin, ein einfacheres Programm in den nächsten Wochen, wo man auf wichtige Punkte hoffen darf – auch, wenn das Momentum aktuell noch nicht bei den Leipzigern liegt.
Gegen den SCM sollte man keine Wunder erwarten. Wichtig wird, dass sich die Mannschaft von Trainer Raúl Alonso ihr Selbstbewusstsein zurückholt, als Mannschaft auftritt und das Spiel gegen die Magdeburger so lang wie möglich vor heimischer Kulisse offenhält, weil in der Woche darauf das wohl bisher wichtigste Saisonspiel ansteht.
Das Auswärtsspiel beim Bergischen HC, die ebenfalls tief im Abstiegskampf stecken, wird richtungsweisend für die Leipziger. Gelingt hier der Sieg, kann man mit neuem Selbstvertrauen und Rückenwind in die kommenden Aufgaben starten. Eine Niederlage könnte den Leipzigern allerdings das Genick brechen.
Matej Klima ist zurück – auch die Jugend zeigt sich: Nach langer und schwerer Verletzung ist Matej Klima endlich wieder zurück. Bereits in den ersten Minuten der Partie gegen Melsungen zeigte er, dass er DER Unterschiedsspieler sein kann. Mit drei Toren aus drei Versuchen steigert sich Klima aktuell Stück für Stück auf sein altes Leistungsniveau zurück und lässt die Leipziger hoffen. Auch wenn der tschechische Rückraum-Linke noch Zeit brauchen wird, steht fest: Er kann DER entscheidende Faktor für Leipzig im Abstiegskampf werden.
Ebenso erfreulich dürfte für die Leipziger der erste Bundesliga-Treffer des 19-jährigen Caspar Gauer sein. Der junge Spielmacher, der aus der eigenen Jugend stammt, zeigt sich im Spiel gegen Melsungen mutig, attackiert mehrfach die Tiefe und kommt so zu seinem ersten Bundesliga-Treffer. Ebenfalls holt er in der Schlussphase einen Siebenmeter raus, den Krzikalla verwandeln konnte. Mit dieser Leistung dürfte sich Gauer, der bereits für die U19-Nationalmannschaft auflief, für weitere Einsätze empfohlen haben.
Individuelle Klasse: Bei den Leipzigern zeichnet sich in dieser Saison bisher insbesondere der isländische Neuzugang Blær Hinriksson aus. Mit acht Toren gegen Melsungen zeigt er wieder einmal, welches Potenzial in ihm steckt.
Auf der Rückraum-Rechts-Position sollte man mit Franz Semper und Tomas Piroch ebenfalls stark genug besetzt sein, um einen drohenden Abstieg abzuwenden. Mit Tomas Mrkva und Domenico Ebner hat man auch auf der Torhüter-Position ein starkes Duo, welches ebenfalls ein entscheidender Faktor gegen den Abstieg werden kann.
Es zeigt sich also, dass die individuelle Qualität ohne Zweifel vorhanden sein dürfte. Mit Mamic und Binder hat man zudem zwei weitere sehr erfahrene Bundesliga-Spieler im Kader, die jetzt als Führungsspieler vorangehen müssen.
Gelingt es Raúl Alonso mit diesem Kader, aus starken Individualisten eine Einheit zu formen und ein klares Konzept zu vermitteln, sollten sich die Leipziger im Laufe der nächsten Wochen stabilisieren. Gelingt dies nicht, stehen dem sächsischen Traditionsverein knallharte Monate bevor. Die Weichen werden bereits am kommenden Sonntag, insbesondere aber am 25.10.2025 beim Bergischen HC gestellt.
