Welche Wintertransfers dürfen spielen und welche nicht - Die Kaderregeln der UEFA und ihre Auswirkungen für die deutschen Mannschaften leicht erklärt!

von Mika Müller - 05.Feb - 17:00
Die Nominierungsregeln der UEFA haben in der Vergangenheit schon für einiges an Aufsehen gesorgt. 2019/20 musste Juventus Emre Can und Mario Mandzukic aus dem Kader streichen oder erst letzte Saison als sich Sebastian Hoeneß gegen Nick Woltemade entschied, der im Saisonverlauf zum Star wurde, aber in der Champions League nicht spielen durfte.
Normalerweise durfte ein Verein seine A-Liste erst wieder zum Winter überarbeiten. Einziger Ausnahmefall war die Torwartposition, so durfte der FC Bayern 2017/18 den reaktivierten Tom Starke für Manuel Neuer nachnominieren, der mit einem Mittelfußbruch für die restliche Saison ausfiel. Jugendspieler unter 21 Jahren, die für mindestens zwei volle Saisons beim Verein waren, dürfen immer auf die sogenannte B-Liste nominiert werden.
Zur aktuellen Saison wurde erstmals die Regel aufgeweicht. Direkt nach dem Deadline Day und vor dem 1. Spieltag machte Chelsea von der neuen Regeländerung Gebrauch und nominierte den gerade verpflichteten Facundo Buonanotte für den Langzeitverletzten Dario Essugo nach. Das war möglich, weil Buonanotte vor Meldeschluss verpflichtet wurde und Essugo über 60 Tage ausfiel. Bei Leverkusen rückte so Jeanuel Belocian für Exequiel Palacios in den Kader. Als Palacios am letzten Spieltag wieder fit war, musste Belocian wieder weichen. Pro Verein durfte diese Ausnahmeregelung aber nur einmal durchgeführt werden.
Mit Beendigung der Ligaphase ist diese Regelung Geschichte. Jeder Verein darf nun bis zu 3 Spieler nachnominieren, muss aber entsprechend viele Spieler streichen. Auch die berüchtigten Local Player Regularien müssen damit eingehalten werden (4 im Verein ausgebildete Spieler + 4 im Verband ausgebildete Spieler). Spieler die bereits für einen anderen Verein in UEFA-Wettbewerben der Saison 2025/2026 dürfen trotzdem nominiert werden (z.B. Connor Gallagher von Atletico Madrid zu Tottenham).
Vereine die in Verbänden beheimatet sind, die im Kalenderjahr spielen (z.B. FK Bodo/Glimt) haben aufgrund der höheren Fluktuation eine Ausnahmereglung. Sollten von der 25er Liste mehr als 5 Spieler nicht mehr im Verein sein, dürfen 4 Spieler nachnominiert werden. Fehlen mindestens 7 Spieler, dürfen sie 5 Spieler nachnominieren).
Was bedeutet das für die deutschen Vereine konkret?
Bayer Leverkusen: Jonas Hofmann und Martin Terrier fehlten im Kader. Dazu kommt Leihrückkehrer Tim Oermann. Claudio Echeverri hat den Verein verlassen, dazu fehlen Eliese Ben Seghir oder Nathan Tella längerfristig verletzt. Vermutlich werden die letzteren 3 Spieler durch die ersteren ersetzt. Sonderregelung für den verletzten Mark Flekken nominiert und sollte bis zu seiner Verletzung gemeldet bleiben.
Borussia Dortmund: Aaron Anselmino, Julian Duranville, Cole Campbell und Pascal Groß haben den Verein verlassen. Neuzugänge gab es keine. Ersatztorwart Patrick Drewes und Salih Özcan fehlten im Sommer auf der Liste und dürften die Plätze einnehmen. Außerdem wäre es möglich die Spieler aus der U23 und U19 zu nominieren, die für die B-Liste zu alt sind (z.B. Ayman Azhill) oder noch nicht lange genug im Verein sind.
FC Bayern München: Sollte Sacha Boey den Verein nicht mehr verlassen gibt es keine Plätze, die zusätzlich frei werden. Bereits im Sommer nominierte man nur 23 Spieler auf der A-Liste, also 2 weniger als möglich. Das senegalesische Talent Bara Sapoko Ndiaye könnte pro Forma in den Kader rücken, dürfte aber keine Rolle spielen.
SC Freiburg: Aufgrund der hohen Anzahl an jungen Spieler konnte im Sommer bereits der komplette Kader nominiert werden. Bruno Ogbus oder Johan Manzambi wurden über die B-Liste nominiert, sogar der langzeitverletzte Daniel Kyereh ist dabei. Eren Dinkci und Junior Adamu haben den Verein verlassen und machen Platz auf der A-Liste, der mangels Neuzugänge nicht gebraucht wird. Diese Luxussituation ist das Ergebnis einer guten Jugendarbeit und der Integration der eigenen Talente in den Profikader.
VFB Stuttgart: Genau das ist beim VFB Stuttgart nicht der Fall. Mangels im Verein ausgebildeter Spieler musste auch diese Saison einige Profis im Europapokal zuschauen. Während Dominik Nothnagel, Christian Groiß und Thomas Kastanaras (alle aus der 2.Mannschaft) als Local Player auf der A-Liste standen, war für Ameen AlDakhil, Pascal Stenzel und und 5 weiteren Profis kein Platz. Mit Silas, Stergiou und Keitel verließen 3 Profis den Verein, die sowieso nicht nominiert waren. Möchte man also Neuzugang Jeremy Arevalo oder Al-Dakhil nachnominieren, muss ein Spieler, der keinen Local Player Platz belegt, dafür weichen. Kandidaten wären der dauerverletzte Dan-Axel Zagadou oder der junge Lazar Jovanovic.
1.FSV Mainz 05: Hier wird es knimlig. Alle relevanten Spieler konnten nominiert werden, einzig Niklas Tauer und Kasey Bos waren nicht dabei, beide kamen ohnehin nur in der Regionalliga zum Einsatz. Mit Phillip Tietz, Stefan Posch, Silas und Sheraldo Becker rüstete man den Kader für den Abstiegskampf ordentlich auf, allerdings kann einer von ihnen nicht gemeldet werden. Denn wie oben beschrieben, sind nur drei Änderungen zulässig. Konstantin Schopp, Arnaud Nordin und Ben Bobzien haben den Verein verlassen und machen die Plätze frei. Letzterer ist zwar ein Local Player, dennoch stehen mit Rieß, Zentner, Bell und Nebel noch genug im Kader. Klar ist damit: Trainer Urs Fischer muss einen Neuzugang direkt mal für die Conference League streichen!
