Final Four in Afrika– zwei Schwergewichte, Aubas Traum und die Chance auf die erste WM-Teilnahme seit 1974!

von Mika Müller - 12.Nov - 19:00

Nach einem aufregenden Finale in der afrikanischen WM-Qualifikation spielen vier Mannschaften um ein Ticket für in das interkontinentale PlayoM-Turnier im März 2026. Die Duelle könnten unterschiedlicher nicht sein: zwei schwankende Riesen und zwei Underdogs treMen in Marokko aufeinander. Nigeria vs. Gabun und Kamerun vs. DR Kongo. Die Spiele werden von Sportdigital übertragen, der Sender ist auch über DAZN empfangbar. Selbstredend gab es im Vorfeld wieder reichlich Chaos und Pannen. Hier eine kleine Preview zu den vier Teams.

Nigeria: 

Sie haben es tatsächlich geschaMt! Obwohl Nigeria nach sechs Spieltagen mit nur einem Sieg dastand, schafften es die Super Eagles noch auf Platz 2 ihrer Gruppe. Eine kontroverse Entscheidung der CAF hielt Nigeria im Rennen. 

Die Nigerianer profitierten von der kurzfristigen Regeländerung, dass bei der Tabelle der besten Gruppenzweiten die Duelle mit den letztplatzierten Teams nicht in die Wertung hineinfließen. Weil Nigeria gegen den Gruppenletzten Simbabwe zweimal nur remis spielte, wurden nur zwei Punkte abgezogen, während Konkurrent Burkina Faso ganze sechs Punkte abgezogen wurden. So hatte Nigeria am letzten Spieltag die Chance mit einem Sieg gegen Tabellenführer Benin noch unter die vier besten Gruppenzweiten zu gelangen, die direkte Qualifikation war durch die schnelle Führung Südafrikas im Parallelspiel schnell vom Tisch. 

Durch den 4:0-Kantersieg musste Burkina Faso in die Röhre schauen - der letzte Treffer von Frank Onyeka in der Nachspielzeit sorgte dafür, dass Nigeria sich aufgrund der besseren Tordifferenz vor Burkina Faso für das Final Four qualifiziert hat. 

Drei Trainer haben die Super Eagles während der Qualifikation verschlissen, unter dem aktuellen Trainer Eric Chelle läuft es aber relativ gut. Auch personell kann Nigeria aus dem Vollen schöpfen. Torjäger Victor Osimhen ist in Topform und auch Raphael Onyedika ist nach seiner Verletzung zurück im Kader. Mit Calvin Bassey, Alex Iwobi oder Ademola Lookman ist der Kader gespickt mit Profis aus den europäischen Topligen. Doch es rumort im Team. Ein Video von Alex Iwobi ging viral, in dem er das miserable Hotel der Mannschaft in Rabat zeigt. Für die Hotelunterkunft ist der nigerianische Verband selbst verantwortlich. Das Training am Dienstag wurde von der Mannschaft anschließend boykottiert, zum einen aufgrund der Hotel-Farce, zum anderen aufgrund von ausstehenden Prämien. Die ausbleibenden Gelder sollten mittlerweile auf jeder Bingo-Karte zu einem afrikanischen internationalen Fenster stehen. Die große Schwäche ist Torhüter Stanley Nwabali der in Südafrika spielt. Er ist kein sicherer Rückhalt, ganz im Gegenteil. Beim „Must-Win“ - Spiel am vorletzten Spieltag gegen Lesotho ließ er eine harmlose Ecke fallen, und so kam Lesotho zum 1:2 AnschlusstreMer. So hieß es nochmal zittern – bis in die Nachspielzeit. Die fünf angezeigten Minuten waren um zwei Sekunden abgelaufen, da musste Nwabali einen langen Ball nur noch herunterpflücken, und das Spiel wäre aus. Doch er konnte den harmlosen Ball nicht festhalten, stand sich dann mit Semi Ajayi im Weg, sodass Matlabe vom Sechzehner aus zum Schuss kam. In Schockstarre schauten die Nigerianer zu wie der Ball knapp am Tor vorbeitrudelt. Nwabali, der daraufhin seine Verteidiger zusammenstauchte, hatte gegen Benin den nächsten Aussetzer und erneut eine Menge Glück. In der 23. Minute fing er einen Freistoß ab, geriet mit einem Gegenspieler aneinander und legte den Ball anschließend auf dem Boden ab – obwohl es keinen PfiM gab. Steve Mounie reagierte schnell und schob den Ball ins leere Tor zum vermeintlichen 1:1. Doch erneut war Nwabali im Glück, denn der Schiedsrichter gab das Tor nicht. Solche Tore wurden mehrfach schon gegeben. Für die Play-OMs wurde Ex-Düsseldorfer Maduka Okoye wieder nominiert, der nach etwas Kritik seinen Platz einst an Nwabali verlor. Vielleicht bahnt sich hier ein erneuter Wechsel an. Das Prunkstück ist die Offensive. 

Neben Osimhen, Lookman oder Chukwueze stehen mit Akor Adams (FC Sevilla), Tolo Arokodare (Wolves), Terem Moffi (OGC Nice), Christantus Uche (Crystal Palace) und Moses Simon (Paris FC) etliche Angreifer aus Europas Top-Ligen zur Verfügung, sodass für den nicht ganz fitten Victor Boniface gar kein Platz bleibt. Auch das Mittelfeldzentrum ist mit Wilfred Ndidi, Frank Onyeka und Raphael Onyedika fabelhaft besetzt, zudem wird Alex Iwobi seit etlichen Jahren für Nigeria im zentralen Mittelfeld eingesetzt. Die Abwehr wird vom erfahrenen William Troost-Ekong angeführt. Calvin Bassey von Fulham verteidigt neben ihm. Rechts war zuletzt der junge Benjamin Fredrick die erste Wahl, der aktuell beim FCV Dender in der belgischen Liga seine ersten Profierfahrungen macht. Links kommt es zum Zweikampf zwischen Brunoy Onyemaechi von Piräus und dem nach Kreuzbandriss wieder genesenen Zaidu Sanusi vom FC Porto. 

Schwer wiegen der Ausfall des langzeitverletzten Ola Aina, der beide Außenverteidiger-Positionen bekleiden kann, ebenso wie Bremens Felix Agu, der jüngst erst sein Debüt feiern durfte Der Kader ist stark und die Form gut. In neun Spielen unter Eric Chelle ist man immer noch ungeschlagen. Geht es rein nach Qualität müsste Nigeria der Favorit sein. 

Doch die Qualifikation zeigte viele Konzentrations- und Einstellungsmängel. Ob diese mit dem 4:0 gegen Benin überwunden sind, wird man jetzt sehen können. 

 

Gabun: 

Der fünfte Anlauf für Pierre-Emerick Aubameyang, um sein Heimatland zur ersten WM-Teilnahme zu führen. Der mittlerweile 36-jährige war der Hauptdarsteller im Spiel gegen Gambia. Er erzielte alle vier Tore im 3:4 Auswärtssieg gegen Gambia, nur um dann aufgrund zwei Provokationen mit gelb-rot vom Platz zu fliegen. Doch seine Sperre ist abgesessen und so steht er für das Duell gegen Nigeria zur Verfügung. Das unbedeutende Spiel gegen Burundi schaMten seine Kollegen aber auch allein und gewannen mit 2:0. Toptorschütze der Qualifikation war aber Denis Bouanga von LAFC, der acht Tore erzielte. 

Mit 25 Punkten aus zehn Spielen waren die Westafrikaner die besten Gruppenzweiten, unterlagen nur der Elfenbeinküste mit 1:0 knapp. Das Rückspiel im heimischen Franceville endete 0:0, wobei Gabun durchaus Chancen zum Sieg hatte. Weil wohl die wenigsten die Mannschaft kennen und die Spieler deutlich unbekannter sind folgt nun eine kleine Vorstellung. Trainiert wird die Auswahl von Thierry Mouyouma, der einst selbst das gelbe Trikot trug. Seit November 2023 führte er Gabun zu 12 Siegen aus 20 Spielen. 

Trotz wenig hochkarätiger Alternativen spielte Gabun unter ihm eine fast makellose Qualifikation und qualifizierte sich auch problemlos für den Afrika Cup. Seit dem Karriereende von Didier Ovono hat Gabun ein Torhüterproblem. In der Qualifikation stand Loyce Mbaba im Tor, der in der Elfenbeinküste beim Stella Club spielt. Im Duell mit den Ivorern wurde seine fehlende Klasse sichtbar. Vor ihm ist der 37- jährige Routinier Bruno Ecuele Manga gesetzt, der jahrelange Erfahrung in Frankreich und auch Englands höchsten Spielklassen hat, mittlerweile aber nur noch drittklassig bei Paris 13 Atletico unterwegs ist. Neben ihm kristallisierte sich Mick Omfia zuletzt als Partner heraus. 

Auch Omfia spielt noch in Afrika – beim guineischen Topklub Hafia FC. Auf rechts kämpft tatsächlich ein Zwillingspaar um den Stammplatz. Anthony Oyono hat wohl vor Bruder Jeremy die Nase vorn, genau wie im Verein. Beide spielen für Frosinone in der Serie B. Mit Jacques Ekomie ist links hinten dann mal ein Spieler aus einer Topliga unterwegs. Ekomie spielt bei Angers in der Ligue 1 und ist dort Stammspieler. Das Mittelfeld zeigt sehr gut, die Mannschaft befindet sich wohl auf ihrem Zenit. 

Mit Didier Ndong, Mario Lemina und Guelor Kanga bilden durchaus bekannte Namen das Dreiermittelfeld, doch alle haben befinden sich in ihren 30ern. Mario Lemina, einst bei Juventus oder Marseille, sorgt aktuell mit Galatasaray in der Champions League für Furore. Auch sein 20-jähriger Bruder Noha Lemina ist mittlerweile Nationalspieler. Daneben wird wohl Didier Ndong spielen, der aktuell beim iranischen Pokalsieger Esteghlal unter Vertrag steht. Zu besten Zeiten legte Sunderland mal 20 Millionen Euro für ihn hin, rechtfertigen konnte er das allerdings nie. Trotzdem ist Ndong für Gabun ein wichtiger Eckpfeiler. 

Ergänzt wird das Trio um den kleinen und dribbelstarken Guelor Kanga, der jahrelang bei Roter Stern Belgrad gesetzt war, bevor er diesen Sommer in die zweite türkische Liga wechselte. Als Alternative steht mit Andre Poko der nächste Ü30er bereit, der auch den Großteil seiner Karriere in Europa verbrachte. Im AngriM sind die Plätze von Aubameyang im Zentrum und Bouanga auf links fix. Auf rechts fehlt von Angers Jim Allevinah mit einer Wadenverletzung. Wer diesen Platz einnimmt ist unklar. Zuletzt trug sich der 19-jährige Bryan Meyo Ngoua in die Torschützenliste ein, der bei Olympique Lyon B in der fünften französischen Liga spielt. 

Auch Noha Lemina ist hier eine Alternative, genau wie der erstmals nominierte Royce Openda, der bei Girondis Bordeaux in der vierten Liga spielt. Die wahrscheinlichste Option ist aber Teddy Averlant vom Zweitligisten Amiens, der seit Sommer für Gabun spielt. In der Breite fehlt es an Qualität, dennoch ist Gabun völlig zurecht im Play-OM. 

Das fußballbegeisterte Land sehnt sich schon lange nach einer Weltmeisterschaft. Rund 4000 Fans sollen laut der heimischen Presse auf dem Weg nach Marokko sein. Für eine in die Jahre gekommene Generation ist es wohl die letzte Chance, Geschichte zu schreiben. 

 

Kamerun: 

Was ist das schon wieder für ein Chaos. Der Machtkampf zwischen Trainer Marc Brys und Verbandspräsident Samuel Eto’o geht in die nächste Runde. Die Stürmerlegende war von Anfang an gegen den belgischen Trainer eingestellt, doch wurde seine Einstellung durch die Politik durchgedrückt. Der kamerunische Verband ernannte damals sogar einen eigenen Nationaltrainer, der ebenso wie Brys ein Aufgebot bekanntgab – so gab es kurzfristig zwei Nationaltrainer und zwei Kader. Beim ersten AufeinandertreMen der beiden kam es dann zu Handgreiflichkeiten. 

Zum ersten Training stellte der Verband aus Protest keine Trainingsmaterialien zu Verfügung, weshalb die Einheit ausfallen musste. Vor allen Dingen auswärts zeigte Kamerun Schwächen, patzte in Angola und gegen Eswatini in Südafrika. Mit der Niederlage auf den Kap Verden blamierten sich die einst unbezähmbaren Löwen bis auf die Knochen und wurden am Ende mit vier Punkten Rückstand auf die kleine Inselgruppe Zweiter.

 Zwischendurch ging eine Audio-Datei viral, in der Brys den im Verband angestellten Timouthee Atouba angreift. Vor der aktuellen Periode gab es dann erneut Wirbel. Meldungen um einen Rücktritt von Brys machten die Runde, nachdem eine Mail an den Verband öMentlich wurde, in der der Belgier aufgrund ausstehender Gehaltszahlungen seinen Rücktritt erklärte. Doch diese Mail war fake – Brys Mailaccount wurde angeblich gehackt. Die Meldung war da aber schon längst in den Medien und wurde als sinnvolle Entscheidung betitelt. Brys ist aber nicht zurückgetreten und immer noch Trainer, trotzdem scheinen seine Tage wohl gezählt – unabhängig vom Ausgang der Spiele. Erst am Sonntag, fünf Tage vor Spielbeginn wurde der langersehnte Kader öffentlich. Brys sandte die Liste an den Verband, dieser wollte jedoch, dass Brys nach Kamerun reist, um die Liste zu verlesen. Der sture Belgier befand sich da aber schon in Marokko und weigerte sich nach Kamerun zu reisen. Er kam direkt aus seiner Heimat Belgien. 

Dann der nächste Fauxpas. Entgegen dutzenden anderen Meldungen, unter anderem sogar von seinem Verein Bayer Leverkusen, fehlt Christian Kofane auf der Liste. Stattdessen sieht man im offiziellen Template wie der Name des Spielers Frank Magri im Nachhinein und offensichtlich in einer anderen Schriftart eingefügt wurde. Kofanes Nominierung wurde zuletzt zum Politikum. Sein Berater ist ein enger Freund von Eto’o und betonte immer wieder, dass Kofane zunächst nicht zur Verfügung stehe, um sich in Leverkusen eingewöhnen zu können. Seine Person wurde oMensichtlich Teil der Machtspielchen zwischen Brys und Eto’o, es werden immer wieder Meldungen aus beiden Richtungen publik, die die jeweils andere Seite als schuldig darstellen. Unter diesen Voraussetzungen kann keine Nationalmannschaft erfolgreich sein. 

Zu allem Überfluss gibt es schon den nächsten Skandal. Flügelspieler Nicolas Moumi Ngamaleu wurde in Russland von seiner Partnerin, einer russischen Influencerin, mit einer anderen Frau erwischt. Seine Partnerin rief daraufhin die Polizei, weil er sie angeblich nicht ins Haus ließ. Anschließend wurden Videos öffentlich, wie Ngamaleu mit der Polizei streitet. Was die Fans zusätzlich stört: er trägt dabei die Hose der kamerunischen Nationalmannschaft.

Und so versinkt Kameruns Nationalmannschaft immer mehr im Chaos, trotz großer Namen wie Andre Onana, Carles Baleba, Frank Anguissa oder Bryan Mbeumo. Brys schaffte die Abkehr von alternden Spielern nicht, wie etwa von George-Kevin Nkoudou, der mittlerweile in der zweiten saudi-arabischen Liga spielt. In der ersten Saudi League ist Flügelstürmer Christian Bassogog noch torlos nach acht Spielen, für eine Berufung reicht es trotzdem. In der Sturmspitze setzte Brys trotz Vereinslosigkeit auf Vincent Aboubakar anstatt Christian Kofane oder Karl Etta Eyong, den Shootingstar der laufenden La Liga Saison, früher einzubauen. 

Ebenso im Kader steht der 36-jährige Eric Maxim Choupo-Moting, der aber immerhin in der MLS regelmäßig trifft. Aboubakar ist mittlerweile bei Neftchi Baku untergekommen und erlebte mit zwei Toren aus drei Spielen einen guten Start. Für das Final Four kehren mit Enzo Boyomo (Innenverteidiger von Osasuna), Darlin Yongwa (Linksverteidiger von Lorient), Yvan Neyou (Sechser von Getafe) und Jean Onana (achter von Genua) wenigstens qualitative Europa Legionäre zurück, davon mangelte es in letzter Zeit zu sehr. Es wäre eigentlich genug Qualität da, unter diesen Umständen ist der ausbleibende Erfolg aber folgerichtig. Noch dazu waren einige Spiele quälend langweilig. Es war kein Konzept zu erkennen. 

Doch das war in der Quali für 2022 und Rigobert Song in den Play-OMs auch nicht anders. Zuzutrauen wäre es ihnen, wenn sie sich auch dieses Mal wieder durchmogeln. Edit: Kurzfristig scheinen Franck Anguissa und Eric-Maxim Choupo-Moting auszufallen. Auch Andre Onana soll angeschlagen sein. 

 

DR Kongo: 

Die fußballverrückte Nation sehnt sich nach der ersten WM-Teilnahme seit 1974. Damals hieß das Land noch Zaire und wurde durch Diktator Mobutu eisern regiert. Dieser war aber ein großer Förderer des Fußballs – bis zur blamablen WM 1974. Der krasse Underdog unterlag Schottland knapp mit 2:0, bevor es gegen Jugoslawien eine herbe 9:0 Klatsche setzte. Mobutu drohte den Spielern schlimmes an, sollten sie das letzte Spiel mit mehr als 3 Gegentoren verlieren. Gegner war ausgerechnet der amtierende Weltmeister Brasilien. Die Spieler hielten das 3:0 und sorgten für einen der ikonischsten WM-Momente, als kurz vor Schluss bei einem Freistoß der Brasilianer, ein Spieler aus der Mauer lief und den Ball wegschoss – aus blanker Angst noch ein Tor zu kassieren. 

Es lohnt sich die Geschichte von Zaire und die WM 1974 genauer anzuschauen! Doch das ist mittlerweile über 50 Jahre her und die meisten Spieler von damals leben nicht mehr. Nun soll die aktuelle Spielergeneration in ihre Fußstapfen treten. Angeführt wird das Team von Stürmer Cedric Bakambu, sowie den Verteidigern Arthur Masuaku und Chancel Mbemba, die allesamt aus Europa bekannt sind. Die drei sind aber auch alle schon über 30 und haben wohl die letzte Chance auf eine erfolgreiche Qualifikation. 

Yoanne Wissa, für den Newcastle im Sommer 58 Millionen Euro hinlegte, fehlt aktuell mit einer Knieverletzung. Mit Aaron Wan-Bissaka und Axel Tuanzebe konnte das Team mit zwei gestandenen Profis aus der Premier League ergänzt werden – beide vollzogen dieses Jahr den Verbandswechsel von England zur DR Kongo. Dazu erweist sich Toptalent Noah Sadiki, der gerade mit Sunderland die Premier League aufmischt, als Agent im Hintergrund. Laut einigen Medienberichten liegt dem Nationaltrainer Sebastian Desabre eine Liste mit 15 Spielern aus der Diaspora vor, von denen acht von Sadiki vorgeschlagen und kontaktiert worden sein sollen. 

Der Verlust der Talente an die großen Fußballnationen ist ein großes Problem. Spieler wie Romelu Lukaku, Eduardo Camavinga, Christopher Nkunku, Youri Tielemans und viele mehr hätten auch das Trikot der Leoparden tragen können. Doch es entsteht etwas, der 20-jährige Ngal’ayel Mukau vom LOSC Lille spielt bereits seit November 2024 für die DR Kongo. Auch für die aktuellen Länderspielperiode konnten zwei neue Talente aus Belgien nominiert werden. Mit Mathieu Epolo gelang es den Stammtorhüter von Standard Lüttich und der belgischen U21 für die Aufgabe zu überzeugen, genauso wie den 21-jährigen Mario Stroeykens, einen oMensiven Mittelfeldspieler vom RSC Anderlecht.

 Dazu kommt der 24-jährige Michel-Ange Balikwisha von Celtic als neu eingebürgerter Spieler. Die Zukunftsausrichtung stimmt also und bei erfolgreicher Qualifikation könnte die DR Kongo zu einem echten Überraschungsteam in Nordamerika werden. Auf dem Papier ergibt sich so eine sehr starke Aufstellung. Vermutet wird, dass Epolo direkt zwischen den Pfosten stehen wird. Lionel Mpasi-Nzau der zuletzt im Tor stand ist bei le Havre nur Ersatz. Der vorige Stammkeeper Dimitry Bertraud ist sogar vereinslos. Davor wird Rekordnationalspieler Chancel Mbemba mit Axel Tuanzebe die Innenverteidigung bilden. Auf rechts ist Aaron Wan-Bissaka gesetzt. Links könnte Joris Kayembe vom KRC Genk den Vorzug vor Arthur Masuaku erhalten, dem bei Sunderland die Spielpraxis fehlt. Im Mittelfeld führt kein Weg an Noah Sadiki vorbei, neben ihm dürfte Charles Pickel von Espanyol gesetzt sein, auch wenn mit Kayembe und Mukau hochkarätige Alternativen zur Verfügung stehen. Ob als dritter Mittelfeldspieler direkt Stroeykens den Vorzug vor Moutoussamy bekommt ist offen. 

Klar ist, dass Bakambu im Sturm starten wird. Über links könnte der neue Balikwisha kommen, über rechts der erfahrene Bongonda. Alternativen stünden mit dem Ex-Augsburger Nathaniel Mbuku, Meschack Elia oder Fiston Mayele, der aufgrund seiner Leistungen in der CAF- Champions League ein hohes Ansehen genießt, genügend parat. 

Auch der Augsburger Samuel Essende steht im Aufgebot. Das man überhaupt in das Final Four muss hat man sich selbst zuzuschreiben. Am drittletzten Spieltag gab die kongolesische Mannschaft eine 2:0 Heimführung gegen den Senegal aus der Hand und kassierte in der 87.Minute das 2:3. Weil man die beiden folgenden Aufgaben mit Siegen lösen konnte, hätte sogar ein Unentschieden zur direkten Qualifikation gereicht. 

 

Meine Prognose: 

Auch wenn Gabun die beste Qualifikation der vier Nationen spielte, ist Nigeria Favorit. Aufgrund der individuellen Klasse vermute ich auch, dass sich Nigeria durchsetzt. Es dürfte aber knapper werden als man auf den ersten Blick denkt. Auch das zweite Spiel schätze ich sehr ausgeglichen ein. Kamerun tat sich zuletzt sehr schwer gefährlich vor dem Tor zu werden, während die DR Kongo eine starke Defensive haben sollte. Ich glaube an ein enges Spiel mit wenigen Toren, an dessen Ende DR Kongo ins Finale einziehen wird.

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