BVB-Nachwuchs 2026/27: Der große Kader-Check der U23!

von Sven - 19.April - 13:00

Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Weichen für die Zukunft werden gestellt. Gemeinsam mit @daxooo_ (auf Twitter) haben wir einen detaillierten Blick in die Glaskugel geworfen. Wie sieht das Gesicht der Dortmunder U23 in der kommenden Spielzeit aus? Zwischen feststehenden Abgängen, hoffnungsvollen U19-Aufsteigern und spannenden Wackelkandidaten, hier ist unsere Kader-Konstruktion.

Nach einem holprigen Start unter Tullberg hat Trainer Rios die Kurve bekommen. Die Mannschaft wirkt sichtlich stabilisiert. Auch wenn der Aufstieg in dieser Saison kein Thema mehr ist, wird um Platz 2 gefightet. Viel wichtiger jedoch: Der Fokus liegt wieder spürbar auf der individuellen Entwicklung der Talente, die Basis für den Sprung nach ganz oben.

Die Liste der feststehenden Abgänge ist prominent: Kwadwo, Drakas, Aning und Cherny werden den Verein definitiv verlassen. Bei Kabar und Reitz stehen die Zeichen zu 99 % auf Trennung, beide haben sich durch ihre Leistungen in den Fokus finanziell und sportlich attraktiverer Clubs gespielt. Bei Krevsun gehen wir ebenfalls von einem Abschied aus, trotz des Wunsches der U23 zu verlängern, wird er vermutlich den nächsten Karriereschritt suchen. Mogultay und eventuell Mansaray (abhängig von der Personalie Riedl) könnten den Club per Abfindung verlassen. Im Gegenzug rückt eine hochveranlagte Gruppe aus der U19 nach: Held, Duarte, Etcibasi, Tazemeta, Degener (und Riedl) sollen das neue Gerüst verstärken. Riedl wird in unserer Welt aufgrund der Verletztung und des wirklich großen Umbruch der U19 noch im U-Bereich bleiben, aber auf der Pipeline stehen, in der U23 auszuhelfen.

 

Torwart: 

Auf der Linie herrscht Klarheit. Held wird als offizielle Nummer 2 in die Saison gehen, mit der klaren Perspektive, im Folgejahr zur Nummer 1 aufzusteigen. Das Schicksal von Ostrzinski entscheidet sich oben. Entweder er rückt in der übernachsten Saison, nach dieser zweiten Saison als Stammkeeper der U23, fest als dritter Keeper zu den Profis auf, oder er sucht eine neue Herausforderung. Aktas wird als Nummer 3 verlängert.

 

Defensive: 

Die dreijährige Verlängerung mit Benkara ist ein Statement, wobei wir von den 3 Jahren nicht so viel halten, etwas sehr lang. Gemeinsam mit Reggiani, der den „Mane-Weg“ (damals auch Profitraining, Spielpraxis U23) gehen wird, bildet er mein Wunsch-Duo für die Innenverteidigung. Dahinter stehen Mansaray und situativ Riedl bereit (plus Feddersen). Auf den Außenbahnen plane ich mit Degener als Stamm-LV (2-Jahres-Verlängerung erwartet) und Feddersen als vielseitigem Backup. Pejazic hat sich nach guten Leistungen eine einjährige Verlängerung als Rotationsspieler verdient. Für die Rechtsverteidigerposition haben wir Göbel, Azhil und Riedl als Backups, einen talentieren Spieler allerdings noch nicht, weshalb hier eine Kaderlücke entsteht.

 

Mittelfeld:

Kaba wird der unangefochtene Schlüsselspieler im Zentrum. Daneben klafft jedoch eine Lücke. Da Azhil und Paschke (nach zwei Kreuzbandrissen leider mit schwerem Stand) wohl bleiben, aber eher Rotationsrollen einnehmen, tippe ich hier auf einen externen Neuzugang für die 8er/6er-Position. Duarte bringt die spielerische Qualität mit, wird aber vermutlich zwischen U23 und U19 pendeln, um die physische Anpassung zu meistern, weshalb ich ihn als Backup des Neuzugangs sehe (macht auch profiltechnisch Sinn).

 

Offensive:

Auf den Außenbahnen sehe ich Albert (links) und Wessels (rechts) gesetzt. Dahinter drängen Boyamba, Tazemeta (und Etcibasi) auf Einsatzzeiten. Ein Fragezeichen steht hinter Diallo. Seine Anlagen sind herausragend, aber noch sehr roh, eine Leihe in eine spielstärkere Liga, die ihn besser liegt (z.B. Spanien) wäre hier das sinnvollste Szenario.

Im offensiven Mittelfeld bleibt „U23-Legende“ Eberwein unverzichtbar. Inacio wird unter Kovac wohl fest bei den Profis integriert sein und nur situativ aushelfen. Im Sturmzentrum führt kein Weg an Wüstenhagen vorbei, der als klassischer Torjäger den nächsten Schritt machen wird. Dahinter bin ich „Kegni-Believer“, trotz seiner Verletzungshistorie traue ich ihm den Durchbruch zu. Aber Etcibasi wird mit ihm um den Platz konkurrieren und vermutlich auch als Stammspieler im Sturnzentrum agieren können. Mutove hingegen wird es nach bisher enttäuschenden Leistungen schwer haben, ein absoluter Disastertransfer.

 

Fazit:

Zusammenfassend bleiben für mich Fragezeichen hinter Mansaray, Azhil, Paschke, Tazemeta und Diallo. Hier ist schwer abzuschätzen, ob sie bleiben oder den Verein verlassen, sei es durch einen Transfer, eine Leihe oder eine Vertragsauflösung per Abfindung, um Platz im Kader zu schaffen. Sollte uns Krevsun tatsächlich verlassen, ist ein externer Neuzugang für die Rechtsverteidiger-Position (ggf. ein Einjahres-Deal oder Zukunftstransfer) unumgänglich. Auch im Zentrum wünsche ich mir dringend eine weitere Verstärkung.

Während die Startelf und die Bank feststehen, sehe ich Duarte, Paschke, Tazemeta, Mutove und vorerst auch Riedl eher auf der Tribüne. Duarte traue ich jedoch zu, sich blitzschnell einen Bankplatz zu erkämpfen, das hängt letztlich davon ab, welche Profile der Trainer für das jeweilige Spiel bevorzugt. In diesem Fall würden Göbel, Pejaczic oder Mansaray zu Wackelkandidaten für das Aufgebot. Paschke und Mutove müssen im Training erst beweisen, dass sie sportlich einen Mehrwert bieten können. Tazemeta steht in direkter Konkurrenz zu den anderen Offensiv-Backups wie Boyamba, Kegni und Etcibasi. Letztlich wird die finale Besetzung von Bank und Tribüne stark vom Trainer und der Belastungssteuerung abhängen. Verletzungen werden, genau wie in dieser Saison, ohnehin für eine ständige Rotation sorgen.

 

Der konkreter Planungs-Entwurf:

Abgänge: Diallo (Leihe), Reitz & Kabar (Verkauf), Mogultay & Mansaray (Abfindung).

Aufsteiger: Inacio (fest zur 1. Mannschaft), Held, Duarte, Etcibasi, Tazemeta und Degener (fest zur U23).

Riedl: Aufgrund seiner langen Verletzungshistorie und des bevorstehenden Umbruchs in der U19 planen wir Riedl primär noch ein Jahr im U-Bereich ein. Ein direkter Sprung in den Profifußball der U23 käme nach der langen Auszeit körperlich wohl zu früh, auch wenn er spielerisch zweifellos das Zeug dazu hätte.

Duarte: Bei Duarte bin ich zwiegespalten. Rein spielerisch bringt er zweifellos alles mit, um im Profifußball zu bestehen, doch hinter der notwendigen körperlichen Robustheit was seine Verletztungshistorie angeht. Aufgrund der personellen „Dürre“ im Mittelfeld nach den vielen Abgängen rechne ich fest damit, dass er offiziell zur U23 hochgezogen wird. Dennoch wird sein Weg vermutlich eine Hybrid-Lösung sein. Um seine körperlichen Anpassungen zu meistern, wird er zwischen U23 und U19 pendeln. Wir haben dieses Modell in der aktuellen Saison bereits erfolgreich bei Spielern wie Diallo oder Cherny gesehen, die bei den Profis reinschnupperten, aber in wichtigen U19-Partien geholfen haben. Profiltechnisch ist Duarte der ideale Backup für den erhofften externen Neuzugang im Zentrum. So kann er ohne verheizt zu werden wachsen und bei Bedarf die spielerische Komponente von der Bank einbringen.

Dennoch steht er ganz oben auf der Pipeline: Durch den potenziellen Mansaray-Abgang rückt er als wertvolle Alternative für die Rechtsverteidiger-Position und die IV-Hierarchie näher an die U23 heran. Unser Szenario: Riedl bleibt Stammspieler und Führungsfigur der U19, wird aber über die Saison hinweg situativ teilintegriert, um ihn spätestens im Winter oder zur nächsten Saison komplett hochzuziehen.

Dies deckt sich auch mit den Aussagen von Hirschnagl aus dem März, der weiterhin mit Riedl (und Duarte) für die U19 plant. Während Duarte wohl fest hochgezogen wird und nur bei Top-Spielen in der U19 aushilft, sehen wir Riedl den umgekehrten Weg gehen: Anker in der U19 mit fließendem Übergang in die U23.

Bedarf besteht weiterhin auf der 6/8er- sowie der Rechtsverteidiger-Position. Haltet die Augen offen: Meine konkreten Transfervorschläge für diese Baustellen folgen in Kürze!

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