Nordduell entschieden: Bremen feiert ersten Heimsieg der Saison!

von Kulli - 4.Okt. - 22:11
Nachdem Werder Bremen und der FC St. Pauli jeweils ihre letzten beiden Spiele verloren hatten, wollten beide Teams im direkten Aufeinandertreffen zurück in die Erfolgsspur. Werder gelang dies mit einem 1:0-Heimsieg im Nordduell.
Werder-Trainer Horst Steffen schickte dieselbe Startformation auf den Platz wie gegen die Bayern eine Woche zuvor. Beim Gast vom Millerntor fehlte Stürmer Hountondji verletzt, für ihn begann Martijn Kaars. Außerdem rückte Pyrka für Saliakas in die Startelf. Werder startete fulminant in die Partie.
Nach nicht einmal zwei gespielten Minuten erzielte Samuel Mbangula durch einen Schuss von der Strafraumkante das 1:0 für die Grün-Weißen. Die Bremer agierten nach dem frühen Treffer couragiert, Yukinari Sugawara scheiterte am Pauli-Keeper Vasilj. Horst Steffen konnte zufrieden sein mit dem Beginn, auch Karim Coulibaly verfehlte das 2:0. Bis zur Pause fand das Spiel hauptsächlich zwischen den Strafräumen statt, St. Pauli hatte mehr vom Ball, Werder die besseren Abschlüsse. Kurz vor der Pause wurde die Stimmung im Weserstadion – auch durch die Freundschaft zwischen den Vereinen begünstigt – getrübt.
Felix Agu verletzte sich nach einem Zweikampf mit Martijn Kaars und musste in der Folge ausgewechselt werden. Isaac Schmidt ersetzte ihn auf der linken Verteidigerposition. Nach der Pause übernahm der Gast aus Hamburg das Zepter, jedoch ohne dabei wirklich Torgefahr auszustrahlen. Werder stand kompakt und versuchte, über Konter Nadelstiche zu setzen. Erst gegen Ende des Spiels nahm die Partie wieder an Fahrt auf. Kaars verfehlte, der eingewechselte Metcalfe versuchte es zweimal aus der Distanz – beide Male ohne Erfolg. Auf der anderen Seite verpasste Patrice Covic kurz vor Schluss die Entscheidung und damit auch sein erstes Bundesliga-Tor. Somit zitterte Werder sich über die Ziellinie, Victor Boniface schlenzte in der Nachspielzeit den Ball über das Tor.
Werder konnte also die kleine Negativserie stoppen und fuhr den ersten Heimsieg der noch jungen Saison ein. Hauptgrund hierfür war die deutlich verbesserte Defensivleistung. Karim Coulibaly und Marco Friedl arbeiteten im Kollektiv fast fehlerfrei zusammen, Karl Jakob Hein sammelte weitere Argumente für Spielzeit. Defizite lassen sich aber aus dem Spiel mit dem Ball ableiten. Phasenweise spielten die Bremer zu ungenau und verpassten es, ins Gegenpressing zu kommen. So kamen sie nur auf knapp 40 Prozent Ballbesitz. Im Abschluss hätte der Steffen-Elf ebenfalls etwas Zielwasser gutgetan – das Spiel hätte früher entschieden werden können. Der FC St. Pauli zeigte defensive Anfälligkeiten und offensiv zu wenig Inspiration. Der viele Ballbesitz sowie die hohe Passquote lassen jedoch Spielraum für Hoffnung.
Am Ende geht der Sieg aus Sicht der Bremer in Ordnung – trotz des niedrigen Ballbesitzes. In der Länderspielpause werden beide Mannschaften hart arbeiten: Werder will das Erfolgserlebnis in weitere ummünzen, die Kiezkicker wollen der Ergebniskrise etwas entgegensetzen. Ihre Chance dazu haben sie im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim, während Werder auswärts beim 1. FC Heidenheim antritt. Vor beiden Nordklubs liegt noch einiges an Arbeit.
