Steffens Elf auf Höhenflug: 4:0 in Gladbach, Mbangula im Fokus!

von Kulli - 15.Sep. - 10:21

Der SV Werder Bremen gewinnt mit 4:0 bei Borussia Mönchengladbach und zeigt in mehreren Spielbereichen deutliche Fortschritte. Mehr zum Spielverlauf und zu den neuesten Erkenntnissen rund um Bremens Spiel erfahrt ihr in diesem Artikel.

Im Vergleich zum Heimspiel gegen Bayer Leverkusen rotierte Werders Cheftrainer Horst Steffen dreimal. Marco Friedl ersetzte den rotgesperrten Niklas Stark, Jens Stage übernahm Patrice Covics Platz, und Neuzugang Cameron Puertas löste Justin Njinmah ab. Im 4-2-3-1-System rückte Romano Schmid auf die Außenbahn, während Cameron Puertas das Zentrum abdeckte. So viel zum Personal und zur Systematik. 

Die Gastgeber vom Niederrhein kamen gut in die Partie und versuchten früh, das Kommando zu übernehmen. Nach sechs Minuten wurde es das erste Mal laut im Borussia-Park: Karim Coulibaly bekam den Ball im eigenen Sechzehner an den Arm, und die Fohlen forderten vehement einen Elfmeter. Der Protest zeigte jedoch keinerlei Wirkung – der Bremer Youngster hatte den Arm eng am Körper. Das Spiel plätscherte anschließend einige Minuten vor sich hin, die Borussia bemühte sich um Spielkontrolle.

 

 In Minute 15 fasste sich Samuel Mbangula nach einem Zuspiel von Yukinari Sugawara ein Herz und erzielte das 1:0 für die Grün-Weißen aus Bremen. Aus gut 14 Metern nagelte der U21- Nationalspieler Belgiens den Ball unter die Latte des Gladbacher Gehäuses. Zu diesem Zeitpunkt kam die Bremer Führung eher unerwartet. Doch das Tor wirkte wie ein Weckruf: Nur zehn Minuten später erzielte der Comebacker Jens Stage das 2:0 – ein schön herausgespielter Treffer, bei dem erneut Samuel Mbangula im Mittelpunkt stand, diesmal mit seiner zweiten Saisonvorlage. 

Die Borussia versuchte nach den zwei Gegentreffern, eigene Offensivakzente zu setzen. In Form von Robin Hack kamen die Fohlen zu zwei guten Gelegenheiten – zweimal fehlten nur Zentimeter, einmal per Kopf, einmal mit dem linken Fuß. Die Anhänger des VfL zeigten sich zur Pause extrem genervt. Pfiffe und ein lautes „Wir wollen euch kämpfen sehen“ rundeten eine ungemütliche erste Halbzeit aus Sicht der Heimmannschaft ab. 

 

Zur Pause kam es zu keinen personellen Veränderungen. Auch auf dem Platz änderte sich zunächst wenig. Die Borussia hatte mehr Ballbesitz, Werder versuchte durch schnelles Umschalten punktuell Nadelstiche zu setzen. Gefährlich wurde es in der 57. Minute, als ein abgefälschter Schuss von Sugawara auf dem Gehäuse von Gladbachs Keeper Moritz Nicolas landete. 

Auf der anderen Seite rettete Felix Agu in höchster Not in der 69. Minute die bislang beste Chance der Fohlenelf. Werder war sich der Situation bewusst – und machte ernst: Erst traf Marco Grüll nach einer starken Einzelaktion die Unterlatte, dann ließ sich Samuel Mbangula nach einem Dribbling im Gladbacher Strafraum von Diks foulen. Elfmeter. Romano Schmid, der designierte Standardschütze auf Bremer Seite, verwandelte sicher zum 3:0 und entschied die Partie endgültig. 

Die Mannschaft von Horst Steffen hatte jedoch noch nicht genug: Der eingewechselte Victor Boniface bediente den ebenfalls eingewechselten Justin Njinmah, der sehenswert zum 4:0-Endstand vollendete. 

 

Insgesamt lässt sich vieles Positives zum Werder-Auftritt in Mönchengladbach festhalten. Das Steffen-System zeigt erste Früchte: Der Spielaufbau ist direkter, mit wenigen Pässen erspielen sich die Bremer gute Chancen und stoßen zügig ins gegnerische Schlussdrittel vor. 

Die Neuzugänge haben allesamt gezeigt, warum Clemens Fritz und Peter Niemeyer so lange auf Spieler dieses Kalibers gewartet haben. Yukinari Sugawara und Cameron Puertas setzten starke Akzente als Startelfspieler, leisteten sich kaum Fehler und wirkten trotz der kurzen Eingewöhnungszeit sicher und eingespielt. Victor Boniface kam spät zu seinem Debüt und ließ seine Klasse direkt mit einem perfekt getimten Assist aufblitzen. 

Und dann ist da noch Samuel Mbangula – der Man of the Match: Ein Tor erzielt, ein weiteres vorbereitet und einen Elfmeter herausgeholt. Der Neuzugang aus Turin war somit an drei der vier Bremer Treffer direkt beteiligt. In drei Ligaspielen hat er bereits zwei Elfmeter herausgeholt. Mit seiner Dynamik und Ruhe am Ball hebt Mbangula die Bremer Offensive sichtlich auf ein neues Level. Ein weiterer Pluspunkt: die Defensive. Die erste „weiße Weste“ für Jung-Torwart Mio Backhaus ist auf eine äußerst solide Abwehrleistung zurückzuführen. Neben Kapitän Marco Friedl wirkte Karim Coulibaly deutlich ruhiger und dementsprechend sicherer. Auch Agu und Sugawara zeigten gute Leistungen auf den Außenverteidigerpositionen. Die Rückkehr von Jens Stage nach seiner Verletzung hinterließ ebenfalls Eindruck. Sein Tor und sein robustes Zweikampfverhalten gaben der gesamten Mannschaft zusätzliche Sicherheit. 

 

Nach und nach wird sich das Bremer Lazarett weiter lichten, und die Spielidee von Trainer Steffen wird sich zunehmend einprägen. Das Spiel am Bökelberg könnte die Grundlage für eine zumindest ruhige Saison am Osterdeich sein. Nach dem 4:0-Auswärtssieg ist der Optimismus jedenfalls verständlich. In der kommenden Woche könnte Victor Boniface sein Startelfdebüt feiern – dann gastiert der SC Freiburg im Bremer Weserstadion. 

Den Spielbericht findet ihr dann wieder hier – bei ballverstand.de.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.