Aggressiv, Intensiv, Mutig -  wie Schalke mit alten Werten zurück zum Erfolg gekommen ist!

von Alex - 4.Nov - 17:53

Am 31.05.2025 war die Trainersuche auf Schalke beendet. Mit Miron Muslic kam ein Trainer, der die meisten Fans, zugegebenermaßen auch mich, erstmal nicht in große Euphorie versetzt hat. 4 Monate später kann man sagen, dass Muslic vermutlich genau das war, was Schalke zu dem Zeitpunkt gebraucht hat.

Knapp 1/3 der Saison ist gespielt und Schalke befindet sich auf Platz 2 der Liga mit 24 Punkten und 8 Siegen. Zur gleichen Zeit in der letzten Saison hatte man gerade einmal 9 Punkte auf dem Konto, 24 Punkte hatte man erst am 19! Spieltag. Doch was hat sich so gravierend geändert?

Zuallererst: Die Startelf. Unter Miron Muslic hat Schalke mit Loris Karius, Timo Becker, Nikola Katic, Hasan Kurucay, Vitalie Becker, Soufiane El Faouzi und Christian Gomis in der Regel 7 neue Spieler im Vergleich zur letzten Saison auf dem Platz. Anders als letzte Saison, wo es bei vielen Spielern nur für die Breite gereicht hat, wurde diesen Sommer vor allem in Qualität investiert.

Viel wichtiger allerdings: die taktische Ausrichtung. Miron Muslic ist ein Pressingexperte, der viel Wert auf das Verteidigen des eigenen Tores legt. Das ganze macht sich statistisch auch bemerkbar: kein Team hat so wenig Gegentore wie Schalke (7), führt so viele Tackles wie Schalke (20,5 pro 90.min) und klärt so viele Bälle (32,5 pro 90. Min). Im Bereich der expected Goals, die man zulässt, liegt man auf Platz 2 hinter dem SC Paderborn mit 12.2 (Paderborn 11,6). Nachdem man in den letzten zwei Jahren mit insgesamt 122 Gegentoren zu den schlechtesten Defensiven der Liga gehört hat ist man nun in diesem Bereich Elite.

Das Pressing ist ebenfalls extrem erwähnenswert. Kein Team in dieser Liga gewinnt den Ball so häufig im Angriffsdrittel wie Schalke (5,4 Balleroberungen pro 90.min) Für Außenstehende könnte man den Schalke Fußball auch als sogenannten „Haram-ball“ betiteln, denn ein geordnetes Aufbauspiel existiert nicht. Wenn Karius oder die Innenverteidiger den Ball hat, wird er lang nach vorne geschlagen und der zweite Ball wird gejagt. Schalke hat in fast jedem Spiel mehr Pässe in der gegnerischen Hälfte als in der eigenen. Schalke spielt im Schnitt nur 107,7 erfolgreiche Pässe in der eigenen Hälfte (Platz 18) und 89,5 Pässe in der gegnerischen hälfte (Platz 1). Die Marschroute ist klar: der Ball soll so lange wie möglich in der gegnerischen Hälfte sein, um Gegentore zu vermeiden und den Druck hochzuhalten. Nur Hannover und Elversberg stehen mit ihrer Defensivreihe höher als Schalke. Auch im physischen Bereich ist Schalke wieder sehr gut aufgestellt. In den Bereichen Laufdistanz (1298,3 – Platz 7), intensive Läufe (7813 – Platz 3) und Sprints (1865 – Platz 3) ist Schalke unter den Top 7 der Liga.

Doch das Spiel hat auch seine Schwächen: Die Kreativität leidet enorm unter dieser Ausrichtung. Schalke hat bisher 16,5 xG erspielt und steht damit auf Platz 10. Zieht man die Elfmeter xG ab, ist Schalke nur noch auf Platz 12. Im Bereich der Chancen steht Schalke „nur“ auf Platz 8, die Passquote ist mit 73.8% die mit Abstand schlechteste der Liga, der Ballbesitz befindet sich mit 43% ebenfalls am Tabellenkeller. Man könnte also meinen, dass Schalke die Kontrolle fehlt. Das muss ich hier aber nochmal richtigstellen. Ballbesitz ist nicht gleich Kontrolle. Schalk hat einen Field Tild Wert (Ballbesitz im letzten Drittel) von 51,32%, womit man auf Platz 8 steht. Das bedeutet, dass man zwar generell wenig vom Ball hat, wenn man ihn aber hat, das Ganze dann im wichtigen letzten Drittel stattfindet. 

Miron Muslic hat Schalke wachgeküsst. Eine Mannschaft die sich in alles reinschmeißt, bis zum Ende Vollgas gibt und vorne draufpresst. Diese Ausrichtung ist Intensiv und fordert viel Kraft, was Schalke die vergangene Woche zu spüren bekommen hat. Die fehlende Kaderbreite/Verletzungspech hatte ihre Auswirkung auf den DFP-Pokal, wo man sang und klanglos 4-0 ausgeschieden ist. Das Spiel gegen den KSC war eines der vielen 50/50 Spiele diese Saison, in dem Schalke dieses Mal allerdings nicht als Sieger hervorging. Die Spiele sind meistens sehr knapp und Schalke ruht sich oft auf ihre Starke defensive aus. Darunter leidet auch die Kreativität und die Qualität der Offensivspieler. 

Nichtsdestotrotz ist Schalke aktuell eines der unangenehmsten Teams der Liga. “Es soll tough (hart) sein gegen uns, gegen Schalke zu spielen“ sagte Miron Muslic auf dem Schalke Tag am 26. Juli. Und er hat recht behalten.

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